Ich blogge, also bin ich. Die besten Geschichten schreibt das Leben.

 
Lesezeit: 3 Minuten

Dieses Wochenende hat uns mal wieder das Fernseh und die Sehnsucht nach unberührter Natur gepackt.
Auf der Suche nach einem Ausflugsziel in naturbelassene Gegenden fanden wir im Internet eine Seite, die über Wildpferde schrieb.
Das hat uns sofort fasziniert, weil diese Pferde nicht etwa irgendwo im Ausland zu finden sind, sondern in Sachsen-Anhalt, genauer gesagt im Burgenland eine Heimat gefunden haben.
Also machten wir uns spontan auf den Weg, packten uns etwas zu Essen und zu Trinken ein und schnappten Hund und Kind, um uns per Auto nach Balgstädt (in der Nähe von Naumburg) navigieren zu lassen.
Von diesem kleinen Ort aus wanderten wir auf den Rödel, einen Teil des Naturschutzgebietes “tote Täler” mit großen Trockenrasenflächen.
Es war einfach herrlich. Manchen ist die Gegend vielleicht auch bekannt durch den Orchideenpfad.
Doch wir wollten die Koniks besuchen. Gesagt, getan.

Unser Wanderweg war ungefähr 5 Kilometer lang

Wir kamen am sogenannten Sühnekreuz vorbei, welches uns da plötzlich mitten im Wald entgegenragte. Das war schon etwas unheimlich, zumal in dem Wald eine solche Ruhe und Stille war, dass wir selbst nur sehr leise miteinander sprachen. Dieses Kreuz hatte eine unheimliche Anziehungskraft auf uns, im wahrsten Sinne des Wortes!
Später erfuhren wir, dass Pilger auf Knien von der St. Gangolfskapelle in Balgstädt bis zu diesem imposanten Kreuz gerutscht sind. Angeblich wollten sie damit Ablass für ihre Sünden erwirken und Buße tun.
Was es genau mit diesem Kreuz auf sich hat, darüber gibt es mehrere Geschichten.
Eine davon ist dass ein Schmied an jener Stelle erschlagen wurde und der Täte deshalb als Sühne das Kreuz dort aufstellte. Auf dieser Seite gibt es noch mehr darüber zu erfahren.

Die Landschaft ist beeindruckend

Wir wanderten durch den Mischwald und bekamen an einigen Aussichtspunkten einen absoluten Überblick über das Unstruttal. Man kann sehr weit in die Täler blicken und wer mag, kann hier eine Rast und Pause machen und den wunderschönen Ausblick genießen.
Die kleine Unstrut entspringt im thüringischem Eichsfeld und fließt durch das Thüringer Land bis zur Thüringer Pforte in das “Saale-Unstrut-Triasland” von Sachsen-Anhalt. Dort mündet sie in der Nähe der Domstadt Naumburg in die Saale und setzt ihren fluß so fort.
Das kalk- und sandsteinreiche Unstruttal ist bekannt für seine alten Burgen und Schlösser und hat etwas von einem Märchenland. Traditionell wird in dieser Gegend Wein angebaut und bei unserem Rundblick konnten wir einige Weinhänge und auch mehrere Burgen erspähen. Das ist auf jeden Fall noch eine weitere Reise wert. Hier gibt es auch noch viele Infos über das Unstruttal.

Dann standen wir den Koniks gegenüber

Wir kamen irgendwann an die Trockenrasenflächen, von denen wir gelesen hatten und rochen auch Pferde. Doch wir sahen sie nicht. Also folgten wir dem Geruch und den angelegten Zäunen. Wir hatten zwar ein Navigationsgerät für die verschiedenen Koordinaten dabei, das wir auch beim Geocaching oft nutzen, jedoch ein bisschen Abenteuer muss schon sein.
Und dann irgendwann wurden wir für unsere Ausdauer und Geduld belohnt. Wir sahen die Koniks nicht nur von Weitem, sondern standen plötzlich fast mitteindrin in einer Herde.
Die Tiere sind nicht scheu, aber auch nicht zutraulich. Sie beäugten uns und unseren Hundewelpen neugierig, gingen dann aber ihrer Wege.
Wir dagegen hatten ziemlichen Respekt vor den Tieren. Wer kennt sich schon mit Wildpferden aus?
Ein paar Fotos konnten wir aber dennoch machen. Was für ein Erlebnis!

Wahrscheinlich freuten sich die Pferde, einfach etwas in den Magen zubekommen. Füttern darf man sie nicht und sie weideten unermüdlich und knabberten die Rasenflächen ab. So hatten wir genügend Zeit, sie ausgiebig zu beobachten.
Unsere Tochter war auch ganz begeistert und redete noch abends vor dem Einschlafen davon.
Unserem Hundewelpen war das Ganze etwas suspekt, jedoch er richtete sich nach uns. Hunde dürfen dort auf keinen Fall von der Leine gelassen werden.

Wenn ihr spontan ein wenig Wildpferde-Luft schnuppern wollt, können wir euch den Rödel nur empfehlen.
Wir werden ganz sicher nächstes Jahr noch einmal dorthin fahren und dann wandern wir ganz bestimmt auch den Orchideenpfad entlang.

Ganz herzliche Grüße,

(Visited 35 times, 1 visits today)
author

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Translate »