Authentic blogging. Ein paar Tipps, wenn du über dein Leben schreibst.

 
Lesezeit: 4 Minuten

Ihr kennt sie ja, die vielen Beauty- und Reiseblogs, Blogs über das Kochen, Nähen, Stricken und Einkaufen. Die deutsche Bloggerwelt ist mittlerweile so vielfältig, dass die Online-Tagebücher von Privatbloggern beinahe untergehen. Doch es gibt sie noch.

Back to the Roots

In den letzten Tagen habe ich mich ein wenig im Netz umgesehen und festgestellt, dass es sehr schwierig ist, noch Authentic Blogger zu finden. Das sind für mich die Schreiberlinge, die über ihren Alltag berichten und meistens ein spezielles Anliegen haben.
Dabei finde ich andere Blickwinkel total spannend und interessant.
Ursprünglich gehen die Blogger ja aus den sogenannten Online-Tagebüchern hervor, die früher aufwendig und liebevoll als Homepage gestaltet wurden und meistens auch ein Gästebuch besaßen.
Erinnert sich der eine oder andere daran?
Wie eine Art Visitenkarte stellte sich der Schreiberling vor und schrieb dann Beiträge über sein Leben, sein Empfinden, seine Hobbies und seine einschneidendsten Erlebnisse.
Mrs. Eastie ist ebenfalls daraus hervorgegangen und es gibt noch so einige Authentic Blogger im world wide web, die ich total gerne lese.

Gefunden habe ich viele persönliche Blogger auf Twitter

Auch sogenannte Mama-Blogs zählen für mich zum Authentic-Blogging und liefern oft eine steile Vorlage für den Umgang mit unserem Nachwuchs.
Ich fand in dieser Sparte auch viele interessante Webseiten, die mir oft Anregungen gaben oder geben, wie ich den Alltag mit unserer Tochter gestalten kann.
Besonders reizvoll ist es für mich jedoch, wenn es verschiedene Themen gibt, in den ich herumstöbern kann und die Neugier treibt mich von einem Blog zum nächsten.

Ein paar Dinge musst du beim Authentic Blogging jedoch beachten

Wer über sich und seine Familie schreibt, braucht vor allem eins: Die Einwilligung seiner Liebsten.
In dem Moment, wo du zu bloggen beginnst, ist deine Familie im Fokus des Geschehens.
Das muss jedem bewusst sein, der authentisches Blogging betreibt.
Die Momente, die du umschreibst und mit der Kamera einfängst, sind nicht ohne Weiteres wieder zu löschen.
Dümpeln sie einmal im Netz herum, dann bleiben sie auch eine Weile dort und legen ungeahnte Wege zurück. 😉
Denke daran, dass deine Kinder älter werden, dein Partner sich verändert, du selbst in drei Jahren vielleicht andere Blickwinkel zu einem Thema hast.
Vergiss nicht, deinem Leser diese Veränderungen auch mitzuteilen!

Steh zu dem, was du gerade schreibst

Wer Angst vor dem großen Shitstorm hat, wird nicht authentisch bloggen können.
Du musst dir darüber im Klaren sein, dass nicht jeder deiner Meinung ist und auch nicht alle sich an die Höflichkeitsregeln unter Bloggern halten.
Du bist in diesem Moment, wo du deine eigene Meinung zu bestimmten Themen wiedergibst, in gewisser Weise eine Person des öffentlichen Lebens.
Wie öffentlich, bestimmst zwar du – jedoch manchmal wirst du über Nacht zum absoluten Hype.

Bitte setz dich mit dieser Tatsache auseinander, bevor du loslegst.

In Deutschland gilt die Impressumspflicht.
Dazu zählt deine ladefähige Adresse (kein Postfach!), dein Klarname und deine Telefonnummer.
So ist es gewollt in unserem Land.
Erschrick dich also nicht zu sehr, wenn du auf offener Straße erkannt und angesprochen wirst.
Authentisches Bloggen ist mehr, als sich “nur” am PC vor die Tastatur zu setzen und in die Tasten zu hauen.
Du schreibst, was du denkst – und musst es natürlich auch vertreten können.
Das Internet verleitet manchmal zu einem Gefühl der Anonymität.
Beim Bloggen über private Themen ist das jedoch ein Trugschluss.
Überleg dir im Vorfeld, welche Themen so privat sind, dass du deiner Familie und dir eine ganz persönliche Zone lässt, in die niemand eindringen darf.

Damit sind wir auch schon bei Klarnamen und Fotos.

Haustiere, Teile der Wohnung und bestimmte Umgebungsfotos haben immer Wiedererkennungswert.
Wenn dich das nicht stört – prima! Du musst dir einfach nur darüber bewusst sein, dass es so ist!
Bei Kindern Fotos vom Gesicht, nackt oder in wirklich privaten Situationen zu veröffentlichen, ist mir persönlich ein Zuviel an Authentizität.
Denk immer daran, dass dies vor allem einen Eingriff in die Privatsphäre deiner Kinder darstellt. Dasselbe gilt auch für Freunde, deine/n Partner/in, Verwandte und Nachbarn.
Hier gelten ohnehin Gesetze aus dem Medienrecht, die genau wie bei journalistischen Beiträgen eingehalten werden müssen. Es greift auch das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Grundgesetzes, welches im Kunsturhebergesetz verankert ist.
Mit Klarnamen sind reele Namen gemeint. Natürlich könnt ihr sie benutzen, trotzdem birgt das auch immer ein gewisses Risiko. Ich rate jedem, sparsam mit reelen Namen anderer Personen umzugehen.

Bitte führe dir alle diese Schwerpunkte zu Gemüte, bevor du Bilder von anderen Personen veröffentlichst.

Ich als Mediengestalterin kann dir schon einmal verraten, dass du beispielsweise auf dem Gelände der Deutschen Bahn AG nicht ohne Weiteres fotografieren darfst. Ebenso dürfen auch fremde Personen nicht einzeln auf einem Foto erscheinen.

Ebenso sind Aufnahmen in der Halbtotale, Halbnahe bis hin zur Detailaufnahme von Händen und anderen Körperteilen nicht erlaubt, du darfst keine Veröffentlichungen ohne Einwilligungen der Personen vornehmen!

Diese Beispiele habe ich nur kurz herausgefischt und grob umrissen, damit du weißt, was du dir als nächste Lektüre bestellen solltest, bevor du zum authentischen Blogger wirst.

Bitte pass auch auf deine Wortwahl auf.

Jeder darf in unserem Land seine Meinung sagen, jedoch Behauptungen und Vermutungen solltest du tunlichst unterlassen oder sie aber als solche erkenntlich machen.
Verleumdungen, Lästereien und Hassreden sind fehl am Platze, selbst beim persönlichen Bloggen.
Bleib sachlich und betrachte auch immer andere Blickwinkel, bevor du emotional über jemanden deine Bloggerworte ergießt und es im Nachhinein nicht mehr rückgängig zu machen geht.

Das sind erst einmal die wichtigsten Eckpfeiler, rein inhaltlich gesehen.

Es gibt bald noch mehr Tipps zu den Themen Urheberrecht, Verwendung fremder Bilder und technischem Know How.
Doch für heute soll es dir ein erster Wegweiser sein, wie du unbesorgt über dich und dein Leben bloggen kannst.

Ich wünsche dir viele spannende Momente,

(Visited 47 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.