Bloggen als Beruf

Lesezeit: 5 Minuten

Fünf Gründe, weshalb Bloggen für viele dasselbe ist wie „Du bist doch zuhause!“

Immer wieder fragen mich Leute, was ich denn beruflich mache.
Es gibt allerdings auch jene, die gar nicht erst fragen, sondern davon ausgehen, dass ich gar nicht arbeite.
Dafür gibt es fünf Gründe:

1. Ich bringe früh meine Tochter in den Kindergarten, fahre danach wieder nach Hause und parke mein Auto vor dem Haus

2. Ich mache zwischen meinem Homeworking Kaffeepausen auf unserem Balkon.

3. Ich beziehe Erwerbsminderungsrente. Dass ich dabei zuverdienen darf, wissen die wenigsten.

4. Ich nehme brav alle Pakte von DPD, DHL und anderen diversen Lieferdiensten für Nachbarn an.

5. Ich wirke relaxt, schaufele mir viel Zeit für meine Tochter frei und kann nicht mitreden, wenn es um lange Arbeitswege oder Treffen des Arbeitsteams geht.

Die Schlussfolgerung für viele ist dabei: Du bist doch den ganzen Tag zuhause – ist dir nicht langweilig?
Sollte es doch einmal ein tiefgründigeres Gespräch darüber geben, was ich so den lieben, langen Tag zuhause treibe, so wird es wirklich kompliziert.

Bloggen ist ein anspruchsvoller Beruf, jedoch leicht zu erklären ist die Tätigkeit nicht!

Wir Blogger sind den ganzen Tag aktiv, man glaube es kaum.
Alles, was wir aufnehmen, wird in gute oder weniger gute Artikel verarbeitet.
Das Ganze nennt sich Content und bezeichnet damit den Inhalt eines Blogartikels, aber auch den Inhalt einer ganzen Bloggerseite.
Dieser Content wird nach bestimmten Richtlinien gestaltet.
Hast du also ein Thema gefunden, welches du unbedingt deiner Leserschaft mitteilen möchtest, so musst du deinen gut formulierten Artikel auch formatieren.
Und da fängt der Bloggerspaß gerade erst an.
H2-Überschriften, mindestens 1000 Wörter, eine übersichtliche Gliederung – kurz die gesamte SEO- Optimierung – ist wichtig, damit die Suchmaschinen deine Artikel finden und vor allem auch für gut befinden.
Denn danach wird beurteilt, wie hoch dein Ranking sein wird.
Das Suchmaschinenranking ist bis heute für mich ein Buch mit sieben Siegeln.
Es lohnt sich jedoch, ein wenig auf die übersichtliche Gliederung zu achten, außerdem auf aussagekräftige Überschriften und natürlich auf ansprechenden Content.
Wem das noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, der muss vor allem eins: Sich belesen, um die Grundlagen zu verinnerlichen, und dann hilft nur üben, üben, üben!

Wer bloggen will, braucht Kommunikation mit der Außenwelt

Aktiv sind wir jedoch nicht nur beim Schreiben, obwohl sicherlich eine grundlegende Eigenschaft eines Bloggers sein sollte, dass er gerne und viel schreibt.
Die Leidenschaft und das Talent zum Schreiben, gehört definitiv zum Tätigkeitsfeld eines Bloggers. Ebenso wichtig ist es aber auch, den Sinn zu erkennen, warum man sein Geschriebenes dem breiten Internet zur Verfügung stellen will.
Und da geht es schon los.
Worüber soll ich schreiben, was ist meine Motivation?
Blogger, die nie Erfahrungen mit dem Verfassen und Ausformulieren von Texten gemacht haben, können trotzdem gute Schreiberlinge sein. Doch es gehört eine ganze Portion Erfahrungswerte dazu, um Leser zum Durchlesen der ganzen gut gemeinten Texte zu bringen.
Somit sind wir also bei dem Ausgangspunkt, auf den ich am Anfang dieses Abschnitts hinaus wollte.
Blogger brauchen ein Gespür für sich selbst und für andere.
Wir müssen up to date sein und wissen, worüber wir schreiben. Jedoch ist es noch viel wichtiger, damit auch Leser anzusprechen.
Wer den ganzen Tag in seinem Kämmerlein sitzt und glaubt, er brauche so nicht mehr mit Menschen und ihren Geschichten in Kontakt zu kommen, irrt sich. Schreiberlinge benötigen viel Kommunikation mit der Außenwelt. Denn nur so schulen wir unser Gespür für gute Themen.
Das lässt sich in keinem Zeitplan festlegen, denn nicht jeden Tag bekommt man verwertbaren Input.
Wer über technische Themen schreibt, hat es zwar mitunter einfacher, denn er schreibt ja sein fundiertes Wissen auf.
Doch letztendlich tut man auch dies, um anderen zu helfen und dafür benötigt auch ein Fakten-Blogger das Erklärungstalent.
Nur wer anschauliche Anleitungen schreibt, und Schritt-für-Schritt-Hilfen so erklärt, dass auch der letzte Technik-Dummie sie versteht, wird langfristig mit seinem Blog Erfolg haben.

Neugier und Fachkenntnis sind ideal

Blogger sind ähnlich wie Autoren, Schriftsteller oder Journalisten viel „draußen“ unterwegs.
Nichts geht über die Neugier eines Bloggers, der alle Info´s des Tages unter Umständen schnell zu verarbeiten in der Lage sein muss. Dazu gehören gute Konzentrationsfähigkeit und natürlich möglichst auch eine schnelle Auffassungsgabe.
Denn jeder, der beruflich bloggen will, hat nicht viel Zeit für eine riesengroß angelegte Recherche. Daher ist es am besten, man bloggt über Themen, über die man selbst gut bis sehr gut Bescheid weiß. Sehr hilfreich sind auch immer Personen im Umfeld, die Fragen zu einem Thema recht präzise und objektiv beantworten können.
Zeit ist immer Geld, das sollte jedem bewusst sein, der erfolgreich bloggen will.
Selbst wenn du dir vorgenommen hast, über Häkelarbeiten oder Tierpflege zu bloggen, ist es immer gut, im regen Austausch zu stehen – mit anderen Bloggern, aber auch mit total normalen Leuten aus dem Umfeld.
Sonst gerätst du sehr schnell an den Rand der Blogger-Erschöpfung und bekommst unter Umständen eine Schreiberling-Erkrankung, die sich Schreibblockade nennt.
Blogger benötigen Ruhe und Anregung im Ausgleich, eins bedingt das andere – es geht ohne beides nicht, erfolgreich zu schreiben.

Der Arbeitsplatz eines Bloggers kann überall sein

Ob eine kleine Computerecke im Flur, ein Laptop auf dem Schoß oder das Smartphone in der Hand: Wir Blogger können es überall!
Vergiss´deinen idyllischen Schreibplatz im Rosengarten bei Vogelgezwitscher und Sonnenschein.
Bitte verabschiede dich auch von deinem Traumbüro, welches du deinen Nachbarn oder Freunden präsentieren kannst, a`la „Schaut mal, ich arbeite von zuhause aus – hier seht ihr es.“
Zu bloggen, das ist ein auf den ersten Blick undankbarer Job.
Keiner wird einen Blogger huldigen, niemand wird anerkennend auf die Schulter klopfen und im schlimmsten Falle wirst du gar nicht ernst genommen.
Bloggerei galt vor Jahren noch als Hobby und manche Blogger aus der Blogszene sind sogar noch heute dieser Meinung.

Blogger müssen zäh sein

Was du außer Kontaktfreudigkeit, Formatierungskenntnissen und Neugier noch brauchst, ist eine riesige Portion Selbstbewusstsein.
Um ein guter Blogger werden zu können, braucht man ein wirklich dickes Fell.
Schnell kann es zum Shitstorm kommen, weil ein Artikel nicht das richtige Publikum erreichte oder doch zu provokant war.
Im Real-Life kann es sein, dich schauen Leute an wie ein Eichhörnchen, wenn du ihnen erzählst, du bist beruflich ein Blogger.
Hast du bereits selbst eine Familie, so werden deine Kinder dir womöglich liebgemeinte Sätze um die Ohren hauen, wie: „Mama, du hast es gut, du hast jeden Tag frei.“ Oder dein Mann wird nicht verstehen, wieso du den ganzen Tag zuhause hockst und die Wäsche im Schrank sehnsüchtig vermisst wird.
Als Mann wird deine Frau sich vielleicht fragen, ob du verrückt geworden bist, weil du ausprobierst, wie man eine Tomoffelpflanze züchtet.
Tausende Beispiele könnte ich hier aufführen, um dir zu erklären, warum man viel Hartnäckigkeit und Zähigkeit aufweisen muss, um als Blogger Geld zu verdienen.

Kann man als Blogger denn Geld verdienen?

Ganz klar, ja! Es geht und sogar sehr gut.
Wenn die Leute merken, dass auch du damit Geld verdienst, Artikel zu schreiben, dann sieht die Sache schon anders aus. Partner werden etwas milder gestimmt, die Verwandtschaft freut sich über die größeren Geschenke und die Kinder über den tollen Urlaub.
Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Du brauchst ein wenig Fantasie und ein gutes Händchen, um dich auch gut zu vermarkten.
Ein Blogger lebt nicht nur davon, die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung zu beherrschen, sondern davon, ein helles Köpfchen zu sein.
Dazu gehört, sich sicher im Social-Media-Bereich bewegen zu können und online aktiv zu sein. Man sollte jedoch auch von den Rechtsgrundlagen rund um Urheberschaft, Recht am eigenen Bild (oder Text) und Verkauf gehört haben.
Für einen Blogger ist auch wichtig, sich ein zumindest wenig mit Homepagebau, WordPress und Schreiben von Codes in HTML oder/und PHP auszukennen.
Dann kann man gut verdienen, zum Beispiel durch Werbung via Google Adsense oder Adiro In Text. Es gibt viele Firmen, die Werbepartner suchen, so auch Amazon.
Dein gestalterisches Geschick spielt hierbei eine ebenso große Rolle wie dein Sinn für Eigenwerbung. Dezent und effektiv.

Wenn du alle diese Voraussetzungen hast, dann kannst du noch heute beginnen, zu bloggen.

Du wirst sehen, es macht jede Menge Spaß und wird dir gefallen.
Aber es ist auch ein Stück harte Arbeit und du wirst nicht von heute auf morgen reich!
Ich schreibe demnächst noch über meine ureigensten Strategien, doch bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Bloggen!

asti

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