Bloggen – was ist das überhaupt und warum machst du das?

 
Lesezeit: 4 Minuten

Kürzlich war ich abends noch mit netten Leuten unterwegs, ein bisschen feiern und quatschen.
Während des Gesprächs kam dann irgendwann die Frage auf, was eigentlich Bloggen ist und vor allem, warum ich das tue.
Beruflich bin ich journalistisch tätig, trotzdem schreibe ich seit gut zehn Jahren im Netz über mich, mein Leben, Begegnungen, Eindrücke, Sichtweisen.
Geltungsbedürfnis?
Nun, ich denke schon, dass Blogger jeder Art verschiedene Ambitionen haben.
Die einen sind Influencer und riechen das große Geld.
Sie bewerben Produkte und sind als reine Vermarktungsblogs zu sehen.
Es gibt Fachblogger, die sich sehr tiefgehend mit einem speziellen Thema befassen und bekannte Journalisten, die über aktuelle öffentlichkeitsintensive Ereignisse schreiben.
Ähnlich sind auch Magazinblogs, dort gibt es die passenden Blogbeiträge und Teaser zu einer bestimmten Zeitschrift oder Zeitung.
In Corporate Blogs wird über den Alltag in einer Firma oder einem Unternehmen berichtet, um Transparenz herzustellen und die Kundenbindung zu fördern.
Foodblogger geben Tipps und Tricks rund um die Essenszubereitung und Ernährung preis, Koch- und Backrezepte inklusive Bilderreihen sind typisch.
In sogenannten Watchblogs werden bestimmte Firmen, Themen oder Blogs kritisch beobachtet und Inhalte neu interpretiert und ausgewertet.
Politiker bloggen in Politblogs über den Regierungsalltag, ganz besonders vor Wahlen.
Es gibt Audioblogs in Form von Podcasts und es gibt Videoblogger, sehr verbreitet auf der Plattform YouTube.
Wer sich über Urlaub informieren will, folgt Reisebloggern.
Elternblogs geben einen Einblick in ihre Erfahrungen mit dem Größerwerden ihrer Kinder.
Viele Themen – viele Arten: Blogger sind nicht mit einem Wort, einer Definition zu beschreiben.
Eine Kategorie von Bloggern ist von mir noch nicht aufgeführt worden:
Das Authentic blogging.
Dieser Begriff wurde von mir nachhaltig geprägt und setzt sich so langsam durch für Blogger, die andere Menschen an ihrem Leben teilhaben lassen.
Die ursprünglichste Form dieses Bloggens – als Anlehnung an das frühere Online-Tagebuch – wird heute oft kaum noch bedient und ist in sogenannten Mix-Blogs aufgegangen, die verschiedene Themenschwerpunkte beleuchten.
Mrs. Eastie dagegen ist ein Authentic Blog mit regionalem Bezug.
Ich schreibe nicht grundsätzlich erkennbar über den Osten, sondern aus Blickwinkel einer Frau und Mutter IM Osten.
Das Bild zum Leben in den neuen Bundesländern formt sich jedoch der Leser selbst.
Dabei bin ich natürlich nicht der Maßstab für jeden hier lebenden „Ossi“ – sondern ich zeige hoffentlich auf, dass es diese ganzen Klischees einer homogenen Lebensweise in den neuen Bundesländern gar nicht gibt; nicht geben kann.
Es ist absoluter Unfug, zu glauben, wir hier seien alle regional charakterlich, politisch oder von der ‚Denke‘ her irgendwie zusammenzufassen.
Schon zwischen Leuten aus dem Norden an der Küste und denen im Süden im Gebirge gibt es große Unterschiede.
Das Einzige, was die Ostdeutschen verbinden könnte, wären die gemeinsamen Erfahrungen nach Zusammenbruch der DDR.
Vielleicht ist das so. Vielleicht!
Darüber blogge ich hin und wieder, es ist aber natürlich mein Blick der Dinge.
Warum tue ich das?
Es liegt mir einfach. Ich schreibe gerne, erzähle noch viel lieber und weiß, da zuzuhören, dauert Zeit und braucht Geduld.
Hier dagegen sind die Themen abrufbar, wenn Interesse und Muße da sind, um zu lesen, was mich bewegt.
Außerdem erreiche ich viele Leute, die sich nicht vorstellen können, wie ein Leben im Osten so ist.
Es gibt auch Leser, die sich mit den neuen Bundesländern trotz ihrer Abwanderung verbunden fühlen.
Manche, die hier geblieben sind, freuen sich wiederum, dass mal jemand sich nicht schämt, von hier zu sein und den Mut hat, ohne Frust und Verbitterung von ‚daheeme‘ ein Bild zu zeichnen.
Schlussendlich verdiene ich mit dem Bloggen auch ein wenig Geld.
Es ist wunderbar, zu den Bloggern hier im Landkreis zu gehören, obwohl es nicht immer nur schön und angenehm ist.
Aber das kann sich sicherlich jeder vorstellen, der ein wenig hinter die Kulissen zu schauen vermag.
In gewisser Weise bist du eine öffentliche Person, du machst dich angreifbar und du kannst jeden Tag scheitern.
Allerdings habe ich bisher über die Jahre sehr viel positives Feedback erhalten.
Ein bisschen modern ist es ja schon, wenn es hier ein paar Blogger gibt. Das hat was, so im ländlichen Raum.
Konkurrenz gibt es auch keine, ich bin die einzige Authentic-Bloggerin im gesamten Landkreis Leipzig.
Klar bin ich darauf stolz, was ich mir da aufgebaut habe. Auch wenn manche das echt fies bashen: Bloggen ist schließlich kein Beruf.
Was bewegt eine fast 42-Jährige überhaupt dazu, „Botschaften“ ins Netz zu schicken?
Ich bin schon immer so, dass ich hinterfrage, diskutiere, Veränderungen anstoße oder mich weigere, etwas zu tun, weil es eben alle tun.
Das wird wirklich jeder bestätigen können, der mich persönlich kennt und es hat sich bis heute nicht geändert.
Nur die Art und Weise ist natürlich über die Jahre eine andere geworden.
Ich treffe jeden Tag auf verschiedenste Meinungen, vor allem in den sozialen Netzwerken, aber auch „analog“.
Denn beruflich wie privat interessieren mich die Geschichten und Sichtweisen anderer Menschen; bei vielen Themen denke ich mir dann, dass es doch an die Öffentlichkeit müsste, weil es so unglaublich ist.
Am tollsten finde ich, dass meine Familie komplett hinter mir steht.
Wir haben allerdings vorher einige Regeln vereinbart, inwieweit sie im öffentlichen Blog-Geschehen in den Fokus rücken.
Das betrifft sowohl Fotos als auch Details ihrer Privatsphäre.
Zu 100% werde ich aber von Mann und Kind darin unterstützt, zu schreiben, was das Zeug hält.
Das ist das Wichtigste für mich.
Ich kann nur jeden ermutigen, zu bloggen, wenn er der Welt etwas mitzuteilen hat. Klar erfordert es viel Selbstbewusstsein und manchmal auch Nerven wie Drahtseile!
Die Follower entscheiden im Endeffekt, ob die Inhalte gefallen und wichtig sind.
Einen schönen Tag euch mit tollen Erlebnissen innerhalb und außerhalb des Internets!
Wenn ihr mögt, was ihr gelesen habt, dann empfehlt mich doch weiter, dass ist meine „Währung“ und extrem wichtig!

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Kategorien Rund ums Bloggen

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

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