Kommentar zum Film Elternschule. Teil 1. Meine spontan hängengebliebenen Eindrücke.

Lesezeit: 11 Minuten

Es gibt momentan heftige Diskussionen über den aktuellen Kinofilm „Elternschule“ – die sozialen Netzwerke sind voll davon. Seitdem der Trailer als Vorschau auf den Film öffentlich bekannt wurde, ist die Aufregung groß.
Ich nehme an, dass alle, die gerade hier lesen, den Trailer schon gesehen haben, sodass ich euch nunmehr meine eigenen Eindrücke zum gesamten Film wiedergeben möchte.
Normalerweise mache ich mir viele Notizen oder nehme einzelne Zitate auch auf. In diesem Fall bin ich an die Sache anders herangegangen: Ich habe alles auf mich wirken lassen und mir fast 24 Stunden Zeit genommen, um das gestern empfundene Gefühl und die vielen Gedanken nach Verlassen des Kinos heute in Worte zu fassen.
Zuerst möchte ich tatsächlich von vier Kindern berichten, die mir ganz besonders im Gedächtnis hängen geblieben sind und bei denen ich heute alles noch genauso intensiv spüre wie gestern.
So nehme ich euch zuerst einmal mit in diese Sequenz:
Ich sehe eine saubere, gepflegte Kinderklinik, helle, große Fenster, einen verständnisvollen Arzt im weißen Kittel, der im Gespräch mit einer Mutter ist.
Es ist die Mutter von zwei ganz bezaubernden Töchtern, eine davon ist Anna.
Die gängigen Überschriften als Formulierungen aus Presse und Filmkritiken für die kleinen Patienten in dieser Klinik sind bewusst so gewählt, nur war bisher der Hintergrund ihrer Leidensgeschichten nicht wirklich bekannt. Das möchte ich jetzt ändern.

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Kommentar zum Film Elternschule. Teil 2. Behandlungsmethoden und Konzept.

Lesezeit: 12 Minuten

Ich beginne heute zuerst mit dem Therapiekonzept der Klinik im Film “Elternschule.”
Die Behandlungsmethode in der Gelsenkirchener Kinderklinik Abteilung Pädiatrische Psychosomatik, Allergologie und Pneumologie nennt sich multimodale 3-Phasen-Therapie, die es so nur in eben dieser Klinik gibt.
Aufgebaut ist diese Therapieform auf „fast 30 Jahren Forschung bei der Behandlung chronischer psychosomatischer Erkrankungen sowie bei Verhaltensauffälligkeiten von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.“
Nun hat mich sehr interessiert, welche Studien dem Behandlungskonzept zugrunde liegen.
Leider konnte ich bisher keine Informationen dazu finden.
Was ich herausfand, weil es auf der Webseite der Abteilung steht, ist, dass diese 3-Phasen-Therapie aus verschiedenen Modulen besteht.

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Mama, bin ich eigentlich Ossi oder nur Sachse? Unser ureigenster Tag der Einheit.

Lesezeit: 6 Minuten

Manchmal, da verblüffen einen Kinder ja. Ihr wisst schon, mit ihren Ansichten und Meinungen.
Sie halten einem stets und ständig gnadenlos den Spiegel vor und rebellieren in Situationen, die wir Eltern so gar nicht nachvollziehen können.
Ist natürlich auch klar. Wegen des blinden Fleckes.
Kennt ihr doch, den blinden Fleck?
Dieses Areal in uns selbst, welches wir nicht so gern betreten. Wo wir jetzt nicht ganz so ehrlich drüber nachdenken und uns damit auseinandersetzen. Diese dunkle oder graue Zone, in die wir so ziemlich alles hinein geschoben haben, was nicht in unser grandioses Erwachsenen-Dasein passt.
Und genau da, wo wir überhaupt gar keine Besucher haben wollen, genau da kommen uns unsere Kinder seelisch nah.
Sie haben den Anteil von uns selbst in sich drin, davon bin ich ganz fest überzeugt.
Sie kennen uns von Beginn ihres Lebens an intuitiv und kratzen genau dort, wo es uns so überhaupt nicht passt.

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Wenn Kindergartenkinder in die Grundschule umziehen sollen. Das unausgereifte Konzept.

Lesezeit: 6 Minuten

Stellt euch vor, in eurem Ort gibt es einen Kindergarten, der zu wenig Kindergartenplätze zur Verfügung hat.
Deshalb kommt die Gemeinde auf eine ganz besondere Idee:
Alle Vorschulkinder werden schon ein halbes Jahr vor Schuleintritt in die Räume der Grundschule ausgelagert, damit im Kindergarten wieder mehr Platz für Neuzugang ist.
Das klingt unwahrscheinlich in euren Ohren?
Leider soll genau das ab Januar 2019 geschehen – in dem Ort, in dem ich lebe.

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Kindergeburtstag für Achtjährige. Mitten im Tumult.

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Am Wochenende haben wir es endlich geschafft den Kindergeburtstag unserer Tochter nachzufeiern. Sie hatte ja bereits Anfang des Sommers ihren Ehrentag, doch durch Arbeit, Urlaub und Hitzwelle im großen Stil entschieden wir uns, diesen Monat nachzufeiern.
Das Wetter war ideal heute, um im Garten eine schöne Feier zu organisieren.
Doch was macht man mit einer Gruppe von sieben Mädchen im Alter von acht Jahren?
Hier habt ihr unsere Ideen, vielleicht inspiriert es euch.
Vorweg noch: Eine Schatzsuche war in diesem Jahr nicht mit dabei.

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Kopf leer, Herz traurig, Erholung adé

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Seit Anfang letzter Woche ist bei uns der Alltag eingekehrt. Sechs Wochen Sommerferien gingen zu Ende und gut zwei Wochen wundervoller Ostsee-Urlaub. Die Schule begann wieder und für uns Eltern der Schritt in den Berufsalltag.
Mein Männe arbeitet in Schichten und hatte die unbeliebteste Schicht in unserer Familie erwischt, die Spätschicht.
Das ist besonders für unsere Tochter immer sehr schwer, weil sie ihren Papa dann eine Woche lang nicht sieht.
Nach der intensiven Ferienzeit zu dritt ist es tatsächlich ein Gefühl, als würden wir auseinander gerissen werden.
Ich vermisse auch wahnsinnig meinen Mann, was ja heutzutage eine erwachsene Powerfrau von vierzig Jahren so öffentlich gar nicht schreiben darf. Schließlich sind wir keine frischverliebten Jugendlichen mehr, die ständig aneinander kleben und gar nicht ohneeinander können. Das wurde mir so auch schon einmal ins Gesicht gesagt.

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Abschaffung der Anrechnung von Kindergeld auf ALG2! Bitte unterschreibt die Petition!

Lesezeit: 2 Minuten

Ich habe vor gut vier Wochen diese Petition durch Jane und Nina – zwei gute Bekannte von mir – in die Finger bekommen und als sehr wichtig empfunden.
Es geht darum, dass das staatliche Kindergeld in Familien, in denen ein oder beide Elternteile Hartz IV beziehen, als Einkommen angerechnet wird und somit vollständig als finanzielle Stütze für das Kind / die Kinder wegfällt.
Nun mag der eine oder andere sofort wieder eine Diskussion anfangen, dass dies vielleicht gerecht sei, da die Eltern “einfach arbeiten gehen sollen”.
Da dies aber gar nicht so einfach ist und oft auch nichts mit Faulheit oder Dummheit zu tun hat, sondern tiefgreifende andere Ursachen, möchte ich das Thema heute hier nicht zur Diskussion stellen.
In nächster Zeit schreibe ich ohnehin noch sehr viel zu den Hartz IV-Sanktionen, wo dann rege über Sinn und Unfug der Regelungen diskutiert werden kann.
Heute geht es mir jedoch um die Petition, die allein dem Wohl der Kinder dienen soll, die leider nicht viel von ihrer Kindheit haben, weil sie die Chance nicht bekommen. Hier sind wir Gutverdiener gefragt.
Aus diesem Grund bitte ich euch um eure Unterschrift, das Kindergeld für die Kinder sparen und ausgeben zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass es gegen die Miete aufgerechnet wird.
Da sich Nina bald mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Franziska Giffey trifft, möchte sie ihr gern diese Petition persönlich überreichen!

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Das ziehe ich nicht an. Und ich will andere Eltern!

Lesezeit: 8 Minuten

Wir sind ja an und für sich eine relativ normale Familie.
Nur hin und wieder kommen uns dann doch so ein paar Zweifel. Vor allem, wenn wir sehen, wie andere Familien so sind.
Wobei es ja auch sein kann, dass die dann unnormal sind und wir nicht. Wer weiß das schon?
Lange Rede, kurzer Sinn: Normal gibts wahrscheinlich nicht und demzufolge dürften wir eigentlich nicht schlechter abschneiden als andere.

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