Eine Eins in Musik. Nachteilsausgleich bei selektivem Mutismus.

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Beim selektiven Mutismus ist es so, dass dieser ganz gut überwunden werden kann, sodass wir nie die Möglichkeit in Betracht gezogen haben, unsere Tochter jemals öffentlich als "anders" betiteln zu müssen im Sinne eines Handicaps. Doch für die Schulzeit und darüber hinaus wird es wohl nicht viele Alternativen geben. Ein selektiv mutistisches Kind ist meistens nicht in der Lage, Lehrern Antworten zu geben, vor der Klasse Vorträge zu halten und vorzusingen...

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Sie muss aber mitsingen. Weisheiten Außenstehender und die Inklusion.

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Es ist mal wieder soweit.
Dieses Thema wird wohl nie wirklich aufhören und wir als Familie auch nie zur Ruhe kommen.
Selektiver Mutismus: Unser Kind macht große Fortschritte in der Schule.
Mittlerweile flüstert sie mit der Klassen – und Schulleiterin, während sie mit der schulbegleitenden Ergotherapeutin schon locker und flüssig “quasseln” kann.
Ich bin total aus dem Häuschen und freue mich sehr für sie, denn ich als Mutter erahne, welchen Kampf unsere Tochter jeden Tag mit sich selbst kämpft.
Sie kann nicht willentlich beeinflussen, wann ihr Schweigen “zuschlägt” und braucht sehr viel Übung und kontinuierliches Training, um die tiefgreifende Sprechhemmung zu überwinden.
Der Zustand des kompletten “Einfrierens”, also der Versteinerung von Mimik und der verlangsamten Gestik beim Angesprochenwerden ist zwar fast nicht mehr vorhanden, jedoch unter größerem Druck auch schnell wieder da.
Sie wird älter und weiß mittlerweile, wie ihr “Zustand” heißt und wie sie da bestenfalls gar nicht erst hinein rutscht.
Das ist soviel Energie, die sie dafür braucht, dass ich nur den Hut vor ihr ziehen kann, wie gut sie dennoch die Schule meistert. Ihre Leistungen sind gut und sie will nun endlich auch so wie alle anderen Kinder im Unterricht mitwirken.

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Ich will so sein wie alle anderen, Mama

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Ich bin der geborene Optimist.
Nicht, dass ich jetzt nur rosa Wolken sehe, wo es eigentlich schwere Probleme gibt – so nicht, aber ich sehe immer einen Lösungsansatz.
Probleme sind da, um sie zu lösen, sagte früher unsere Deutschlehrerin und ich finde, sie hatte Recht.
Es gibt Herausforderungen, denen müssen wir uns stellen und können nicht flüchten oder den Kopf in den Sand stecken.
Doch manchmal habe ich in letzter Zeit das Gefühl, zu zerbrechen.
Es klingt komisch, ich habe wirklich sehr viele Dinge in meinem Leben (er-)tragen und das Allerbeste daraus gemacht.
Ich habe ein ganzes Land untergehen sehen, wie Tausende andere und mich auf ein völlig neues Schulsystem eingestellt.
Meine Lehrausbildung zur Glas-und Kerammalerin habe ich mit Bravour gemeistert, obwohl ich wegen eines Geschwürs im linken Auge ein Jahr pausieren musste.
Ich habe wieder sehen gelernt und dafür gekämpft, wieder Auto fahren zu dürfen. Da war ich zarte 20.
Weil Betriebe nicht gern gesundheitlich eingeschränkte Menschen beschäftigen woll(t)en, hatte ich nach der Ausbildung in der Kahla / Thüringen Porzellan GmbH keine Chance auf Übernahme und musste mich neu orientieren.
Das war 1998 und nur die Allerbesten wurden damals übernommen.
Ich besuchte die Fachoberschule zum Erwerb der Fachhochschulreife und ergatterte danach eine Umschulung zur Mediengestalterin. Irgendwie musste ja auch Miete gezahlt werden und ein bisschen was zu essen gekauft. 😉
Es waren so viele harte Zeiten dabei, vor allem finanziell, aber auch gesundheitlich und doch habe ich das alles geschafft.
Ihr ahnt wirklich nicht, wie sehr manchmal ein einziger Spruch einer Lehrerin dein ganzes Leben beeinflussen kann.
Als ich 2007 schwer an Morbus Crohn erkrankte und nach einer langwierigen Operation im künstlichen Koma lag, wurde ich obdach- und arbeitlos.
Durch meine liebe Familie, die mir beistand und mich auffing, habe ich auch jenen harten Schicksalsschlag überstanden, wie so eine Katze, die immer wieder auf die Pfoten fällt.
Aber dieser Satz meiner Tochter kürzlich – der traf mich in Mark und Bein.

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Sage mir, in welcher Klasse du bist. Enttäuschung im Ferienhort.

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Der Hort, in den unsere Tochter geht, ist wirklich bombastisch.
Es sind nette Hortner/innen dort, die sich liebevoll um die Kinder kümmern und alle wissen über den selektiven Mutismus unserer Tochter Bescheid.
Aus diesem Grund geht die Maus auch super gern in den Ferienhort.
Anders als viele andere Kinder müsste sie das nicht tun.
Ich bin selbstständige Mediengestalterin und Werbetexterin und habe ein Kleinunternehmen.
Dadurch, dass ich in Teilzeit von zuhause aus arbeite, kann unser Kind die Ferien genauso gut in ihrem Kinderzimmer genießen.
Doch sie geht freiwillig zu den Hortangeboten in den Ferien und freut sich jeden Tag sehr auf die Treffen mit ihren Freundinnen, auf die Aktivitäten und auf ihre Lieblingshortnerin.
Wenn da nicht ein Schatten auf ihrem Glück läge…
Ich habe mich dazu entschlossen, öffentlich darüber zu schreiben, denn wir können es nicht länger für uns behalten.
Es geht einfach nicht mehr allein zu tragen, wir müssen es teilen!
Wann hört das endlich auf???

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Nachteilsausgleiche in Sachsen. Nur über den sonderpädagogischen Förderbedarf.

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Eine sehr gute Schülerin kommt freudestrahlend nach Hause. Sie hat wieder eine Eins geschrieben, dieses Mal in Mathe. Es gab auch eine Zwei im Lesen. Keine Eins deshalb, weil sie zu leise gelesen hat. “Wenn du lauter liest, bekommst du sie” ermuntert sie die Lehrerin.
Unsere Maus ist damit zufrieden. Sie wurde von uns dazu ermuntert, ihr Bestmöglichstes zu geben und das tut sie. Sie flüstert mit drei Lehrerinnen und redet mit nahezu allen Erwachsenen in unserem privaten Umfeld. Auch mit ihrer Ergotherapeutin hat sie es schon längst geschafft zu sprechen.
Seit gut einem Jahr kämpft sich eine schlaue, sensible kleine Persönlichkeit durch den Schulalltag und ihr Leben.
Sie nickt und schüttelt den Kopf, wo sie es (noch) nicht schafft, zu antworten und meistens reagiert das Umfeld mit Verständnis.

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5 Tipps, wie du als Außenstehender mit einem schweigenden Kind umgehen kannst

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Stell´dir vor, du triffst auf eine Familie. Mama, Papa und Kind.
Gerade hast du das Kind noch quietschfidél reden und lachen hören. Doch als du es ansprichst, passiert etwas Seltsames.
Es wendet den Blick ab und hört aprupt auf, noch irgendeinen Ton zu sagen.
Hilfesuchend wendest du dich an die Mutter. Du schaust verunsichert zum Vater. Beide tun so, als wäre nichts passiert.
Was soll das? Was hat das Kind? Ein so schüchternes Kind?
Aber sie kommen doch völlig normal rüber. Oder gibt es da ein Familiengeheimnis?

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Glaubst du, sie hat Defizite – oder wieso Frühförderung? Der selektive Mutismus

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Nun sind fast zwei Jahre um, seit sie in den Kindergarten kam.
Zuerst ein Gruppenwechsel innerhalb der Einrichtung, weil sie als Dreijährige unter den ganzen Fünfjährigen vollkommen unterging.
Dann drei Erzieher-Wechsel in der neuen Gruppe. Das alles in einem halben Jahr.
Und doch hatte sie sich eingelebt. Irgendwie.
Sie weinte zuhause, weil Erzieherin Nummer 1 weg war, aber dafür liebte sie Erzieherin Nummer 2. Die jedoch ging, als Erzieherin Nummer 3 kam.
Sie wurde noch unsicherer. Ein blöder Start ins Kindergartenleben. Aber machbar. Es gelang. Ab und zu. (Die volle Geschichte zum Kindergartenstart kannst du hier nachlesen)

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Unser Kind ist so traurig. Eltern am Limit.

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Herbst 2013.
Unsere Maus ist nun mittlerweile drei Monate im Kindergarten. Und es geht ihr damit einfach nicht gut.
Wie ich in meinem ersten Beitrag schon schrieb, hatten wir ein paar Tage Eingewöhnung im Sommer mit harter Trennung nach einem Tag und stundenweiser Betreuung, die sich schmerzvoll eingebrannt hat in die Tiefe meines Herzens.
Unser Kind weinte und schrie, als ich weggeschickt wurde und ich wollte das einfach alles nicht.
Sie streckte ihre kleinen Ärmchen nach mir aus und wollte, dass ich sie begleite, bis sie sicher geworden ist in der fremden Umgebung.
Doch die Erzieherin nahm sie mir einfach weg und ich redete meinem Kind immer wieder gut zu, in der Annahme, das müsse so sein.
Ich wollte das Richtige tun, sie von mir abnabeln, sie “loslassen”, weil das gefordert wurde. Es täte ihrer Entwicklung gut, von der Mama weg zu sein, unter Kinder zu kommen – wegen der guten Sozialisierung, hieß es.
Bindungstheorie? Aber bitte, natürlich gilt das nur für Krippenkinder, die noch ganz klein sind. Das ist es etwas anderes mit der Eingewöhnung, aber doch nicht mehr im Kindergarten mit drei Jahren.

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