Ansichten & Denkweisen Leben im Osten

Das bisschen Ausgangssperre

 
Lesezeit: 3 Minuten

Das Land ist von einer Pandemie bedroht und teilweise auch schon betroffen.

Ein Lungenvirus mit dem Namen SARS-CoV-2 (Coronavirus) hält uns alle seit einiger Zeit in Schach und bringt uns jede Menge Aufregung.

Warum?

Die hohe Ansteckungsgefahr beschert uns in kurzer Zeit viele Infizierte. Einmal Niesen oder Husten reicht, um einen anderen anzustecken, auf bis zu einen Meter Entfernung. Tröpfcheninfektion schimpft sich das.

Was das auslöst?

Gesundheitliche Veränderungen oder sogar Schäden – mit unspezifischen, stark variierenden Krankheitsverläufen.

Beobachtet wurden bisher neben einer Beeinträchtigung / Schädigung der Lunge krankhafte Prozesse in der Leber, dem zentralen Nervensystem, der Niere, den Blutgefäßen und dem Herzen.

Ob gravierende Spätfolgen der Erkrankung an Herz, Lunge und Nervensystem eintreten können, daran wird momentan mit Hochdruck geforscht. Ebenso an einem Impfstoff.

Was das mit uns macht?

Ja, das ist wirklich eine spannende Frage. Im Großen und Ganzen löst die Nachricht von so einem Virus Angst aus.

Doch die Reaktionen sind unterschiedlich.

Während sich die einen komplett einigeln, sind andere davon überzeugt, dieses Virus gäbe es gar nicht und wenn, dann sei es nicht gefährlicher als eine Influenza.

Insgesamt geht es den Meisten wohl vor allem um eins: Schnell zum Alltag zurück. Ganz ganz schnell wieder Geld verdienen.

Und deshalb natürlich die Kinder auch ganz schnell zurück in Einrichtungen und Schulen, sonst ist es schwierig mit dem Geld verdienen.

Da tun sich Abgründe auf.

Geld versus Gesundheit.

In Deutschland haben Menschen nicht die Wahl, ob sie sich und ihre Kinder vor dem Coronavirus schützen wollen.

Sie können es nicht, weil sie dann in existenzielle Nöte geraten.

Ein hoch philosophisches Thema mit viel Stoff zum Diskutieren über das derzeitige System.

Und über das bedingungslose Grundeinkommen.

Doch die noch spannendere Frage ist, was ein Lockdown in uns auslöst.

Besonders hier im Osten reagieren viele Menschen sehr empfindlich auf ‚Verbote von Oben‘, das hat einen geschichtlichen Hintergrund.

Und so geht jeder anders mit den vielen Beschränkungen um.

Die mit Haus und Garten haben es da vergleichsweise gut. Wenigstens ein bisschen Raum und frische Luft, ohne schauen zu müssen, wer sich da noch so tummelt.

Wer in einer Wohnung lebt, hat es da schon schwerer. Jeden Tag die gleiche Runde um den Block ist ja auch langweilig. Den Kindern besonders.

Natürlich darf die Wohnung für einen Ausflug in die Natur innerhalb der näheren Umgebung verlassen werden.

Bei einem Wohnblock in unserem Wohngebiet sind das dann 27 bis 36 Wohnungen. Innerhalb dieser so 1 – 5 Personen. Und Wohnblöcke schätzungsweise 20, habe sie nicht gezählt.

Da könnt ihr euch vorstellen, wieviele Menschen momentan im Wald, auf Feldwegen und in Parks anzutreffen sind.

Uns gehts ganz gut, denn wir fahren in unseren Garten. Der Nachteil ist, dass es dort kein starkes Internet gibt und ich also keine Möglichkeit habe, zu arbeiten. Bin Online-Worker schon seit 2013.

Momentan arbeite ich auf Sparflamme, Männe ist auf Kurzarbeit. Wir sind finanziell aber relativ gut abgesichert. Ein paar Monate halten wir noch durch.

Anderen geht es da deutlich schlechter.

Gereizte Eltern, gelangweilte Kinder, geschlossene Spielplätze – das hat ja bald ein Ende.

Die Ausgangssperre ist bald vorbei, Grundschüler der vierten Klassen dürfen bald wieder zur Schule, die Prüflinge der Oberschulen und Gymnasien gehen sogar schon.

Friseure öffnen bald wieder, über Restaurants wird noch beratschlagt.

Und die Infektionszahlen von heute sind ja gesunken. Alles fein.

Den heutigen Stand der Infizierten sehen wir zwar erst in zwei Wochen, wegen der Inkubationszeit.

Aber hey, das bisschen SARS-CoV-2! Packen wir schon. Wenn die Bevölkerung nach Lockerungen schreit und die Wirtschaft noch dazu, dann kann diese Pandemie nicht so schlimm sein.

Und überhaupt, warum hat die WHO das überhaupt als gefährlich eingestuft?

Bildquelle: Wikipedia

Wenn Lieschen Müller aus dem Nachbarort im Facebook schreibt, dieser Lungenvirus ist nicht gefährlicher als ’ne Grippe und deshalb alle ihre Verwandten zum Grillen einlädt, dann wirds schon nicht so wild sein.

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Autor

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

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