Ich blogge, also bin ich. Die besten Geschichten schreibt das Leben.

 
Lesezeit: 2 Minuten

Ich verstehe nichts von Fußball und bin auch kein besonderer Fan von dem Sport.
Die Weltmeisterschaft schaue ich aber ganz gerne.
Töchterchen kam schon mit Deutschlandfarben im Gesicht vom Hort nach Hause und verschönerte dann hier in kunstvoller Pinselarbeit ihre Stirn mit auffälligem Schwarz-Rot-Gold. Hilfe!
Ich bin nicht so die große Patriotin, doch wollte ich ihr die Freude auf das Spiel nicht nehmen.
Wobei selbst mir als absolutem Laien klar war, dass es ungefähr so ist wie beim Lotto-Spielen: Mit etwas Glück schafft es die Mannschaft vielleicht, nicht auszuscheiden.
Ich hatte bereits die ersten beiden Spiele verfolgt und empfand selbst das Tor gegen Schweden (2:1) als absoluten Zufall – das muss ich schon sagen.
Die deutsche Mannschaft wirkte in den Spielen kraftlos und unmotiviert und die Niederlage gegen Südkorea heute bestätigte meine Empfindungen und Vorahnungen.
Da wir im Garten das Spiel angesehen haben, gab es danach trotz Niederlage ein paar leckere Würstchen vom Grill und unser Kind hüpfte vergnügt zwischen den Blaubeer-Sträuchern umher. Sie hatte sich zwar von der Euphorie des Hortners am Nachmittag anstecken lassen, doch in Wirklichkeit ungefähr soviel Interesse an Fußball wie ihre Eltern.
https://www.instagram.com/p/BkiItfhBs2w/?taken-by=tochter.der.kuneia

Jetzt wird auf die Fußballer natürlich geschimpft, was das Zeug hält.

Egal von wo, ob innerhalb Deutschlands oder außerhalb ist nichts weiter als Spott, Hohn und Häme zu lesen.
Die internationalen Zeitungen machen sich lustig bis zum Gehtnichtmehr und halten mit ihrer Schadenfreude nicht hinter dem Berg.
Mit Deutschland wird offensichtlich ein starkes Land (und damit starke Spieler) verbunden und die Enttäuschung scheint mir nicht nur innerhalb Deutschlands groß. Dabei gab es schon andere Nationen, die als Titelverteidiger in der Vorrunde ausschieden. Cést la vie, passiert halt!
Deutschland ist noch nie in den Vorrunden ausgeschieden, tönt es laut. Ja nun, dann ist eben dieses Mal das erste Mal!
Jetzt wird bereits davon geredet, ob Joachim Löw als Trainer zurücktreten sollte und es gibt tausend Analysen darüber, wieso die Mannschaft so lustlos gespielt hat. Dabei liegt das für mich klar auf der Hand: Es gab zuviele kleine Vorfälle, die sich am Ende summiert und das Teamplay der Mannschaft gefährdet haben. Nicht zuletzt des euphorische Feiern Erdogans durch zwei Spieler der Nationalmannschaft, obwohl die Türkei knallhart auf eine Diktatur zusteuert.
Fußball ist politisch geworden und das ist keine gute Voraussetzung für ein gutes Spiel.
Übrigens: Es mag sein, dass diese Niederlage Enttäuschung hervorruft.
Doch da gilt, wieder aufzustehen, weiterzumachen und das nächste Mal besser zu werden.
Wir haben wirklich andere Probleme in unserem Land, ganz vorn die stetig wachsende Kinderarmut.
Wenn Fußball das ist, was diese Nation zusammenhält, dann frage ich mich, was von uns Deutschen noch übrigbleibt nach dieser Niederlage.

(Visited 16 times, 1 visits today)
author

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Translate »