Die Rolle der Frau. Wir sind kein Vieh.

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Vielleicht ist die Überschrift etwas exzentrisch, mag sein. So ist das doch heute, jeder muss ein wenig übertreiben, sonst wird er nicht gehört…
Ich bin in der letzten Zeit nur noch stille Beobachterin der vielen Geschehnisse in Deutschland, die uns oft fremd sind. So jedenfalls sagt es mir mein Gefühl – es ist meine Empfindung, dass sich hier viele Situationen explosionsartig aneinander reihen, bevor man überhaupt Luftholen kann.
Bevor ich in Ruhe überlegen konnte, wie ich alle diese Gefühle in Worte packen könnte – eigentlich genau das einzigartige Talent eines Schreiberlings – ist die Zeit bereits wieder rasend an mir vorbeigegangen und das nächste Geschehnis steht auf dem Tagesplan. Dabei wäre es in mancherlei Hinsicht besser, etwas zur Ruhe kommen zu können und sich zu „sammeln“, bevor man sich zu einem Thema äußert.

Ich beobachte mit großen staunenden Augen, wie sich die Rolle der Frau zu verändern scheint. Zuerst schrie jeder nach Emanzipation, und vor allem wir Kinder der DDR erlebten unsere Mütter als autark, finanziell vom Mann unabhängig und stark. Wir wuchsen in Krippen und Kindergärten auf und die Muttis arbeiteten so wie die Papas. Das war normal. Darauf sind viele heute stolz und genau da wollen heute alle hin.

Nur wenige sahen auch die großen Nachteile. Ich zum Beispiel. Warum ich so anders darüber denke, ist mir ein Rätsel. Vielleicht hängt es einerseits mit religiösen – in dem Falle katholischen – Werten zusammen, die mir während meiner Kindheit vermittelt wurden. Etwas altmodisch zugegebenermaßen. Das Mädchen half mit im Haushalt, der Junge nicht…

Rum wie num…ich habe mich schon lange vom christlichen Glauben abgewendet. Es hat persönliche Gründe und ich achte und respektiere jeden Menschen in seiner Art und mit seinem Glauben, solange er auch mir diese Wertschätzung entgegen bringt.

Doch zum Mütterdasein habe ich so meine eigene Einstellung. Ich fand die DDR modern, keine Frage. Jedoch eine Mutter ist eben auf natürlichem Wege mütterlich, wenn sie ein Kind bekommt (vorausgesetzt, es sind keine Bindungsstörungen oder andere Störfelder zu erkennen). Was ich sagen will ist: Ja ich bin der Ansicht, Frauen sind anders als Männer, und das ist keine Einstellungssache. Natürlich dürfen Frauen arbeiten, was sie wollen. Sie dürfen entscheiden, wie sie leben wollen. Versteht mich nicht falsch. Ich stehe total auf Emanzipation. Doch eine Frau darf auch sagen dürfen, wenn sie lieber eine Mutter sein will, die für ihre Kinder zuhause bleibt, das Mittagessen kocht, die Wohnung sauber hält. Es muss jeder Frau selbst überlassen bleiben, wie sie ihren Nachwuchs erzieht. Dem Vater steht diese Freiheit selbstverständlich auch zu, jedoch es geht ja gerade um die Rolle der Frau.

Frauen unterliegen Zyklen, und sie können manche Aufgaben besser oder sagen wir anders bewältigen als Männer. Um vor einer starken Frau Respekt haben zu können, muss jeder Mann erst einmal Respekt vor dem Frausein haben können. Da liegt ein gewisser Unterschied.

Wir Frauen haben es weit geschafft, inzwischen haben wir Wahlrecht, wir haben vielfältige Entscheidungsrechte über unser Leben und wir können finanziell unabhängig sein, wenn wir es wollen.

Doch es gibt Männer, die die Frau wohl eher als Lustobjekt betrachten – immernoch oder schon wieder. Zumindest wenn ich nach den Vorkommnissen auf dem Kölner Hauptbahnhof urteilen soll. Welcher Nationalität diese Männer angehören, das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Ich verachte zutiefst, was in der Silvesternacht mit den vielen Frauen geschah, die eingekesselt, begrapscht und gedemütigt wurden. Ähnliches gilt für die Vorfälle in Hamburg, die sich in ihrer Art und Weise gleichen.

Wir Frauen haben Rechte und niemand auf der Welt hat uns gegen unseren Willen sexuell zu demütigen. Egal welcher Religion eine Frau angehört, wo und wie sie lebt, egal woran sie glaubt oder auch nicht, wir haben hier in Deutschland lange gekämpft, um als Frauen heutzutage so autark auftreten zu können, wie wir es tun. Dazu gehört auch, im Minirock herumzulaufen oder einem aufreizenden Oberteil, da die Männer bei uns lernen mussten, Respekt vor uns zu haben. Viele Männer tun sich bis heute schwer damit und das unabhängig von jeder Herkunft.

Es gibt sie immer noch, die Herren der Schöpfung, die sich nicht zu benehmen wissen, und dieser oder jener Dame zuleibe rücken. Gerade bei Dorffesten ist das kein Einzelfall und ich möchte nicht wissen, wie oft über derartige Aufdringlichkeit aus Scham noch immer geschwiegen wird.

Ein noch viel heikleres Thema sind heranwachsende Frauen mit ihrem bekannten „Lolita-Effekt“, aber auch davon will heutzutage niemand mehr etwas hören. In einer schizophrenen Welt von political correctness reden wir vor lauter Emanzipation weder über die (naturgegebenen) Unterschiede von Mann und Frau, noch über sexuelle Tabuthemen – schon gar nicht über die Pubertät und ihre stürmischen Learning-by-doing-Abschnitte. ( Irgendwann beginnt jeder, „es“ auszuprobieren?)

Es gibt ohnehin wie weiter oben angeschnitten große kulturelle Unterschiede zwischen ehemaliger DDR – Erziehung und der Erziehung in der ehemaligen BRD. So wurden Kinder im Osten weitaus weniger geschlechtsspezifisch erzogen, andererseits gab es in der DDR keine Kindergärtner ( bitte berichtigt mich, falls ich falsch liege). Es gab Vor – und Nachteile auf allen Seiten, doch es ist nach der Wiedervereinigung trotzdem ein großer Schmelztiegel mit den verschiedensten Ansichten zum Frausein und Mannsein, zur Sexualität, zur Rolle der Frau und Mutter entstanden. Vielleicht ein schleichender Prozess, den viele zwar „irgendwie“ bemerken, jedoch wenige nur so wie ich auf die zwei deutschen Kulturen zurückführen.

Jetzt kommt dazu jedoch ein weiteres Phänomen. Die jungen Leute gleichen sich einander an. Frauen wollen heutzutage finanziell unabhängig sein, ob sie Kinder wollen, steht eh in den Sternen. Und wenn, dann spät…
Ältere Mütter wie ich wiederum wollen keine Krippenkinder mehr großziehen, sondern legen Wert auf die drei wichtigsten Prägejahre zuhause bei der Mama. Hier streiten und zerfleischen sich die Frauen von heute öffentlich in den sozialen Netzwerken untereinander, welche von allen wohl das beste Mutterdasein führt. Wie albern und doch scheint es ja ein wichtiges Thema zu sein. Sich damit auseinanderzusetzen, ist ja erst einmal gut.

Und nun kommt dort hi8nzu noch eine dritte Kategorie zum Thema „Die Rolle der Frau“. Frauen als Lustobjekte, als Dienerinnen und als Gebärmaschinen – Mensch zweiter Klasse unter Gott und neben dem Manne.

Bevor hier manche wieder versuchen, politisch zu diskutieren. Ich rede von keiner besonderen Religion und keiner bestimmten Nationalität. Wären alle Männer hierzulande Lämmchen, gäbe es keine Frauenhäuser. Und das Wahlrecht gibt es für die deutsche Frau erst seit 1918. Und ich rede dabei noch nicht von ganz Europa.

frauenwahlrecht Europa - Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Würtemberg

Wir Europäer sind damit noch gar nicht so lange so emanzipiert, wie wir vielleicht glauben. Unsere Väter hatten noch ihre eigenen Vorstellungen von „ihrer“ Frau, dass kann heutzutage jeder auf der Straße an den älteren Generationen beobachten.

Doch trotzdem ist eine klassische Rollenverteilung in der Beziehung oder Ehe nicht gleichzusetzen mit dem, was Silvester passierte!

Wir sind kein Vieh! Wer Frauen an Busen oder Hintern fasst ohne deren Erlaubnis, handelt respektlos. Alle weiteren, viel schlimmeren Details möchte ich hier nicht nennen. Sexuelle Nötigung im „Rudel“, dass gehört vor einen Richter! Aber noch viel wichtiger ist die Frage, sind solche Männer überhaupt zu rehabilitieren? Ist Wertschätzung gegenüber Frauen erlernbar? Wieviele Generationen wird es noch brauchen, ehe die Frau mit ihrem intelligentem, zauberhaftem, aber auch stolzem und starkem Wesen gesehen und erkannt wird? Als Mütter eurer aller Töchter und Söhne, die unter Schmerzen auf die Welt gebracht wurden?

 

In dem Sinne, schockierte Grüße aus Leipzig und Mitgefühl mit den Opfern,

Hier steht eigentlich meine Unterschrift

 

 

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