Gehört der Islam zu Deutschland?

Lesezeit: 4 Minuten

Christian Wulff und die Kopftuch-Aussage

Heute war ich auf der Seite „News rund um die muslimische Welt“ in Facebook unterwegs.

Was Muslime beschäftigt

Auf der Seite ging es um eine Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten von Deutschland, Christian Wulff. Er hält auch nach sieben Jahren daran fest, dass der Islam zu Deutschland gehört. Der Artikel dazu ist HIER zu finden.

Wütende Smileys gab es unter diesem Artikel der FAZ und das machte viele Muslime fassungslos.

Ich möchte euch dazu auch etwas sagen.
Deshalb bekommt ihr hier meine Antwort zu lesen.

Meine Meinung, mein Empfinden, meine Weltsicht.

Alle Menschen, die gern in Deutschland leben und sich hier wohlfühlen, und dieses Land als ihre Heimat betrachten, gehören nach Deutschland.
Woran jeder Einzelne glaubt oder auch nicht, ist seine Angelegenheit.
Ob Christ, Muslim, Jude, Buddhist, Atheist, Pantheist, Anhänger des „Neuheidentums“ oder Nichtgläubiger –
Religion ist Privatsache.
Es muss nicht ständig diskutiert werden, woran jemand glaubt, und es muss niemand dem anderen vorschreiben, wie er ein besserer Mensch wird. Es muss gar nicht darüber debattiert werden.
Deutschland ist kein christliches Land und kein muslimisches, es ist ein Land, welches sein Grundgesetz auf moralische Werte stützt, unabhängig von irgendwelchen Formen des Glaubens.
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wenn jemand dringend ein Kreuz um den Hals tragen muss oder ein Kopftuch, soll es halt tun.
Nur Verurteilungen gegenüber denen, die eben keinerlei Verpflichtungen einem Gott gegenüber haben und dementsprechend weder fasten, noch sich verschleiern, noch beichten, noch beten und gern einfach frei in ihrem Denken und Handeln sind – das sollte eben auch unterbleiben.
Dann packen wir das schon alles.
Leider ist das anscheinend nicht so einfach. Vielleicht in 100 Jahren.
Weihnachten und Ostern können meinetwegen auch umbenannt werden, obwohl da wieder so viele Deutsche jammern und nicht mal Christen sind. Ach ich finde das alles so hochgepuscht, es nimmt kein Ende.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie es anderen Bewohnern dieses Landes geht, jedoch ich finde, wir führen seit Jahren eine Art Muslime-Debatte. Solche Äußerungen spalten die Nation.

Eine Muslime-Christen-Was glauben wir eigentlich alle-Debatte.

Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn wir uns um wichtigere Dinge in diesem Land bemühen.
Ich persönlich finde, dem Thema Religiösität wird öffentlich viel zu viel Beachtung beigemessen.
Das geht mir an die Substanz.
Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich aus dem Ostteil des Landes komme.
Hier wohnen die meisten Menschen des Landes ohne jegliche Religionszugehörigkeit – auch bedingt durch die Prägung des Sozialismus – und wir haben hier eine ganz andere Kultur entwickelt.

Es gibt keine Abneigung gegen Muslime, Juden oder Christen.

Es ist aber auch nicht so, dass es viele hier großartig interessiert, was da jemand innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft tut oder nicht tut.
Das soll wirklich nicht respektlos klingen.
Ich weiss, dass es für Gläubige nur eines gibt: Gott zu vertrauen, sich von ihm leiten zu lassen, seine Gebote zu befolgen und ein guter Mensch zu sein oder zu werden. Es muss jedoch nicht der einzig richtige Weg sein!
Eine Grundsatzdiskussion würde das werden, wenn alle Bewohner dieses Landes darüber diskutieren würden, warum der eine an Gott glaubt und der andere nicht und welcher denn nun der bessere Mensch sei.

Also gibt es nur den Weg, Gemeinsamkeiten zu suchen, wenn die Unterschiede so signifikant sind.

Es wird schon irgendwelche Schnittstellen zwischen „uns allen“ geben. Wir haben alle einen Kopf, Ohren, eine Nase…kurzum, wir sind alle gleichermaßen aufgebaut und bezeichnen uns als Mensch.

Der Mensch, auch Homo sapiens (lat. für „verstehender, verständiger“ bzw. „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch“), ist nach der biologischen Systematik ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenprimaten (Haplorrhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae). Quelle: Wikipedia

 

Das scheint mir die allergrößte Übereinstimmung zwischen uns allen zu sein.

Vielleicht essen wir dieselben Dinge gern oder wir fühlen in ähnlicher Weise Trauer, Freude oder Glück.
Wir lieben unsere Kinder, wollen Geborgenheit und Verlässlichkeit, Freunde, Familie, einen sicheren Job – eine Heimat. Ein Zugehörigkeitsgefühl. Frieden. Liebe. Verständnis.

Ich mag mich nicht mehr damit auseinandersetzen müssen, weshalb irgendeine Religion in unserem Land keine Daseinsberechtigung haben soll, oder aber wichtiger sein soll als alles andere.
Es sollte und wird wohl sicher jedem Gläubigen hier klar sein, dass es in unserem Land keine religiöse Staatsform geben wird und Missionierung nicht in den Schulen stattzufinden hat.
Kruzifixe haben in Schulen – meiner Ansicht nach – nichts zu suchen.
Aber eine Halskette mit Kreuz / Fisch oder ein Kopftuch stellen für mich keine Bedrohung dar. Für mich haben die Symbole keinerlei Bedeutung, ebensowenig für mein Kind.
Ich habe also persönlich keine Probleme mit dieser religiösen Kleiderordnung bzw. Symbolik (abgesehen von der Vollverschleierung)
Somit soll jeder in seinem Glauben leben, jedoch bei dem Hinweis auf Toleranz auch auf diejenigen eingehen, die nicht an Gott glauben.
Denn was viele zur viel zitierten Religionsfreiheit oft vergessen, ist:

Jeder ist aber auch frei, sich nicht zu einer Religion zu bekennen.

Der Staat muss sich in den Worten des Bundesverfassungsgerichts als „Heimstatt aller Bürger“ verstehen, unabhängig von ihrem religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis. Quelle: Bundesministerium des Innern

Ich wünsche euch ALLEN einen schönen Donnerstag,

 

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