Hurra, ich bin ein Kindergartenkind! Von den Zuständen in deutschen Kindergärten und Folgeprobleme

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Nun ist es einmal mehr Zeit, ein neues altes Thema aufzugreifen und hier in meinem Blog öffentlich zu machen. Natürlich wissen bestimmt viele Eltern schon längst Bescheid, dass manchmal die eigentliche Tortur erst richtig beginnt – wenn man endlich einen Kindergartenplatz bekommen hat.

Wer möchte nicht seine Kinder in guten Händen wissen?

Es kommt für jeden, der Kinder hat, der Tag, wo er sie abgeben muss und die kleinen Zwerge erstmalig ihren eigenen selbständigen Weg gehen müssen – ohne Mama und Papa. Dafür aber hoffentlich doch mit einer schützenden Hand und einem liebevollen Umgang durch die Erzieherin.

Die Wahrheit sieht leider ganz anders aus. Bei einem Betreuungsschlüssel von einer Erzieherin auf 17 Kinder hinken wir heute sogar der ehemaligen DDR hinterher, denn so weit ich weiß, waren wir damals 20 Kinder und zwei Erzieherinnen.

Die Erziehungskonzepte der Kindergärten werden oft weder vorgestellt noch überhaupt praktiziert, geschlossen oder offen, Reggio oder nicht?

Keiner weiß es, und die Eltern interessiert es oft scheinbar ebenso wenig wie die Einrichtungen. Das Kind geht eben in den Kindergarten und damit ist es gut.

Dort angekommen, gibt es von altershomogenen bis kleinen altersgemischten Gruppen bis hin zu großen altersgemischten Gruppen alles, sodass in mancher Kindertagesstätte zweijährige auf dem Fußboden herumkrabbeln, während die 12-jährigen Hausaufgaben machen.

Und manchmal ist es auch so, dass ein einzelnes dreijähriges Kind in eine “altersgemischte” Gruppe gesteckt wird, in der nur 4, 5 – 5 Jährige sind. Ohne zu schauen, wie groß der Entwicklungssprung in diesem Alter noch ist. Einfach, weil ein “Rest” an Kindern in irgendeiner Gruppe zusammengewürfelt wird. Die “die übriggeblieben” sind. Erziehungskonzept?

Pustekuchen! Die Erzieherinnen sind oft überfordert, die Kinder aber auch.

Zustände, die eigentlich nach einer Art Qualitätsüberprüfung für Kindergärten schreien.

Jedoch so etwas gibt es in Deutschland nicht. Mit unseren Kindern kann gemacht werden, was will – es kann auch sanktioniert, verbal oder emotional gestraft oder kollektiv abgemahnt werden. Die Strafecken gibt es oft immer noch – der Snoozle-Raum dagegen fehlt!

Die besonders geförderten Kinder, die später  in eine Kindertageseinrichtung gehen, verhalten und entwickeln sich oft rückläufig – je nachdem, ob die Begabung erkannt wird oder die Erzieherin ungefähr soviel Feingefühl für kleine Kinderseelen hat wie ein Presslufthammer.

Wo Regeln eingehalten müssen, ist es immer schwer, Individualität zu fördern, das sehe ich ein. Da sind wir Eltern gefragt. Aber dass ich meiner Tochter außerhalb des Kindergartens Möglichkeiten suchen muss, um mit gleichaltrigen Kindern in Kontakt zu kommen, hat meines Erachtens schon hohen Diskussionswert.

Die Erzieherinnen sind oft selber unglücklich über diese Zustände…

…können aber nicht viel tun, außer in ihrer eigenen Gruppe das Beste aus den verfahrenen Situationen zu machen. Und um Erzieherin zu sein, darf man auch als Quereinsteiger im Kindergarten arbeiten – denn aufgrund des Erziehermangels werden nun auch Langzeitarbeitslose in den Beruf gesteckt, mit kleiner Vorschulung natürlich. Vielleicht sind manche davon ja gute Erzieher – aber weiß ich das gleich auf Anhieb, wenn ich mein Kind in eine Einrichtung gebe?

Hier liegt vieles in Deutschland im Argen, da waren wir ja sogar zu Ostzeiten fortschrittlicher! Und nach dieser wundervollen Kindergartenzeit naht dann das einmalig gute Schulbildungssystem, in dem unsere Kinder zu starken, mündigen Bürgern erzogen und gebildet werden. (Vorsicht Ironie!)

Ich musste mir diesen Kummer von der Seele schreiben.

Was interessiert es eine Familienministerin in Deutschland, was hier vor sich geht?

Pädagogische Konzepte gibt es scheinbar sehr oft nur auf dem Papier, die Realität sieht vollkommen anders aus. Aber in unserem Land wird ja lieber den ganzen Tag gegen Hartz IV- Empfänger gehetzt, ein bisschen Auslandspolitik betrieben und natürlich den anderen armen Ländern geholfen. Statt einmal zu schauen, wie unzufrieden wir Deutschen sind.

Bitte schreibt mir eure Erfahrungen zu dem Thema Kindertageseinrichtungen auf und nutzt unten die Kommentierfunktion.

Sorgenvolle Grüße zum Freitag schickt ich euch ins World Wide Web.

asti

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