Ich bestimme hier, du Rotznase!

Lesezeit: 2 Minuten

Ein Szenario am frühen Morgen, auf offener Straße. Es tut mir in den Ohren weh.
Da steht ein Junge mit seinem Papa am Straßenrand. Vermutlich warten sie auf den Schulbus.
Der kleine Kerl hampelt herum, rennt hin und her und der müde, sichtlich erschöpfte Vater versucht ihn, zur Räson zu bringen.
Bleibst du jetzt hier stehen, schimpft er seinen Sohnemann an. Doch dieser hat offensichtlich keine Lust, dem nachzukommen.
In seiner Art und Weise bringt er das auch zum Ausdruck.
Papa, ich will nicht bei dir sein.
Provokativ stellt er sich eine gute armlange Entfernung vom Vater an den Straßenrand.
Der Papa macht die Rangordnung klar.
Wo du stehst, bestimme ich, du Rotznase! Du spinnst wohl ein bißchen! Immer dieses Diskutieren und Debattieren! Bleib‘ jetzt hier stehen!
Der Zehnjährige entgegnet daraufhin selbstbewusst: Ich mag nicht, wie du bist und will nicht bei dir sein, Papa.
Da brüllt es nur noch, komm‘ jetzt sofort her oder ich krache dir eine!
Der Junge senkt den Kopf.
Ja Papa.

Als der Schulbus um die Ecke biegt, stehen beide in trauter Zweisamkeit und der Papa begrüßt den Fahrer mit einem fröhlichen Guten Morgen.
Er streichelt seinem Sohnemann zum Abschied über den Kopf und wünscht ihm einen schönen Tag.

In mir regt sich ein dumpfes Bauchgefühl. Was genau ging da gerade ab? Eine schizophren wirkende Situation, unstimmig, zerrissen.
Mir ist schlecht.
Demütigungen tun Kindern weh. Eltern sind manchmal überfordert, aber Rotznase ist so ein Wort, dass ich selber nicht verwenden würde.
Es erinnert mich an das Wort Rotzgake aus meiner Kindheit.
Wir Eltern sind diejenigen, die die Fäden in der Hand haben. Das sehe ich genauso.
Doch gute Erziehung erfordert Fingerspitzengefühl. Sicherlich gibt es kein Patentrezept.
Es gibt jedoch einen roten Faden für Eltern, wie sie es schaffen, eine stabile Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.

Einer kleinen Rotznase eine zu krachen, gehört für mich nicht dazu!

Einen stressfreien Dienstag wünscht euch

Hier steht eigentlich meine Unterschrift

 

 

 

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1 comment

  1. Schlimm so mit seinen Kindern umzugehen. Sicherlich gibt es nicht die eine richtige Erziehung aber was der Vater da gemacht hat ist absolut nicht empfehlenswert.

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