Ich blogge, also bin ich. Die besten Geschichten schreibt das Leben.

 
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Es gibt momentan heftige Diskussionen über den aktuellen Kinofilm „Elternschule“ – die sozialen Netzwerke sind voll davon. Seitdem der Trailer als Vorschau auf den Film öffentlich bekannt wurde, ist die Aufregung groß.
Ich nehme an, dass alle, die gerade hier lesen, den Trailer schon gesehen haben, sodass ich euch nunmehr meine eigenen Eindrücke zum gesamten Film wiedergeben möchte.
Normalerweise mache ich mir viele Notizen oder nehme einzelne Zitate auch auf. In diesem Fall bin ich an die Sache anders herangegangen: Ich habe alles auf mich wirken lassen und mir fast 24 Stunden Zeit genommen, um das gestern empfundene Gefühl und die vielen Gedanken nach Verlassen des Kinos heute in Worte zu fassen.
Zuerst möchte ich tatsächlich von vier Kindern berichten, die mir ganz besonders im Gedächtnis hängen geblieben sind und bei denen ich heute alles noch genauso intensiv spüre wie gestern.
So nehme ich euch zuerst einmal mit in diese Sequenz:
Ich sehe eine saubere, gepflegte Kinderklinik, helle, große Fenster, einen verständnisvollen Arzt im weißen Kittel, der im Gespräch mit einer Mutter ist.
Es ist die Mutter von zwei ganz bezaubernden Töchtern, eine davon ist Anna.
Die gängigen Überschriften als Formulierungen aus Presse und Filmkritiken für die kleinen Patienten in dieser Klinik sind bewusst so gewählt, nur war bisher der Hintergrund ihrer Leidensgeschichten nicht wirklich bekannt. Das möchte ich jetzt ändern.

Anna kämpft mit ihrer Mutter um so ziemlich alles
Die fünfjährige Anna ist das Kind, welches mit Gabel nach der Mutter schmeißt und ihr in den Arm beißt mit den Worten „Ich kann auch noch fester zubeißen!“
Die Mutter von Anna ist diejenige, die dem netten Mann im weißen Kittel – Kinderarzt Dr. Kurt-André Lion – zusammenfassend erklärt, dass sie ihr Kind Anna in ein Heim geben muss, wenn es dort in der Klinik „nicht klappt.“ Jeder kennt diese Szene aus dem Trailer.
Die Anna ist ein absolut imposantes Kind und mir sehr lebhaft in Erinnerung geblieben. Sie hat so eine bestimmte Ausstrahlung, ich möchte es umschreiben mit trauriger Fröhlichkeit. Sie wirkt sehr abgekämpft, niedergeschlagen und frustriert, ist aber gleichzeitig immer am lächeln und recht opportunistisch der lautstarken, resoluten Mutter gegenüber.
Anna haut in dieser Szene im Essensraum ihrer Mutter auf den Hintern, worauf diese Annas Hände fest umschlingt und sie scharf ansieht, ohne einen Ton zu sagen. Anna beginnt zu jammern und gleichzeitig wirkt sie rebellisch:
„Lass mich los Mama, du tust mir weh! Es tut weh!“
Szenenwechsel: In der Essenssituation sitzt sie mit ihrer Mutter und der etwas jüngeren Schwester am Tisch und bekommt einen Teller mit Essen. Sie beginnt, etwas davon zu sich zu nehmen und stellt dann fest, dass es ihr nicht schmeckt. Das verkündet sie auch lautstark: „Mama, das schmeckt mir nicht!“
Daraufhin stellt die Mutter den Teller weg und verlässt mit Anna den Raum (oder das Bild).
Zurück bleibt die Schwester, die auffallend ruhig ihr Essen reinlöffelt. Überhaupt ist die jüngere Schwester ein „verschwindendes“ Kind, ruhig, unauffällig, angepasst. Auf den ersten Blick das genaue Gegenteil ihrer „aufmüpfigen Schwester.“ Trotzdem ist auch ihr zum Heulen zumute, wie ich an der Traurigkeit um ihre Mundwinkel herum und ihrer geduckten Körperhaltung erkennen kann.
Sie macht sich extra klein und ist so ruhig wie möglich, denke ich mir so. Da steht eine große Schuld dahinter. Vielleicht ist sie das Lieblingskind? Die haben es mitunter nicht einfach.
Es gibt in vielen Familien das Goldkind und das schwarze Schaf.
Manche Mütter haben einen regelrechten Hass auf das schwarze Schaf. Da steckt oft eine große Problematik dahinter.
Nicht auszudenken, wenn Kinder solcher Familien in so einer Klinik landen würden und ihnen das Essen weggenommen würde oder ihnen endlich gezeigt würde, wer hier eigentlich der Boss ist.
Anna ist ein sehr intelligentes Mädchen – sie weiß definitiv, wer der Boss ist. Nur respektiert sie das aus irgendeinem Grund nicht.
Von Anna sehe ich allerdings den Rest des Films nicht mehr so viel, außer in diesem Stille-Raum (ich komme nachher noch darauf zurück) und ganz am Ende. Da erzählt die Mutter dem Psychotherapeuten Herrn Langer, dass die kleine Schwester sich oft mit Anna gegen die Mutter verbündet und ich ertappe mich bei dem Gedanken „Gott sei Dank!“
Entthronung und mangelnde Aufmerksamkeit fürs erste Kind bei Geburt eines zweiten sind ja sehr oft Konfliktfallen in Familien. Die Eltern brauchen in solchen Fällen dringend Hilfe.
Ich muss ehrlich gestehen, ich kenne mehr als eine Familie, in denen die Erstgeborenen die absoluten „Vergleichsmodelle“ für die Nächstgeborenen sind. Aber manchmal ist es auch anders herum, vor allem, wenn das zweite Kind eben einfach ruhiger, strahlender, netter und einfach sympathischer ist.
Gerade Mütter sind da oft auf einem Auge blind.
Sie wollen sich ihre eigene Ungerechtigkeit, ihre eigenen unfairen Gefühle nicht eingestehen. Es wäre bestimmt angebracht, Mütter von vornherein zu sagen, dass sie jedes Kind anders lieben werden und das eine wahrscheinlich manchmal auch mehr als das andere, so hart das klingt.
Da die Sequenzen im Film nicht nur zusammenhanglos geschnitten wurden, sodass es anfangs Mühe bereitet, herauszufinden, welche Familie überhaupt zusammengehört, kann hier absolut nicht vom Zuschauer herausgefiltert werden, wie „schlimm“ Anna nun in ihrem Verhalten ist.
Sie ist frech, bockig, aufmüpfig und hat die neugierigsten, aufgewecktesten Augen der Welt.
Ich mag sie auf Anhieb.
Liebe Mama von Anna und ihrer Schwester. Es tut mir sehr leid, dass es bei euch diese schlimmen Katastrophen gab, so schlimm, dass Anna ins Heim gehen sollte. Ich hoffe es geht euch jetzt als Familie gut.

Der kleine Mohammed Ali, der sich blutig kratzt, kaum schläft und ständig jammert
Dieser Junge hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Er hat eine sehr liebe, zugewandte und junge Mama.
Die Eltern oder Vorfahren Mohammeds stammen der eingeblendeten Musik nach zu urteilen aus dem türkischen Raum. Der Junge hat eine enorm ausgeprägte Hauterkrankung, die im Gesicht wie auch am ganzen Körper zu sehen ist, vermutlich Neurodermitis.
Der Mohamed ist deshalb so sehr in meinem Gedächtnis geblieben, weil er tatsächlich sehr viel jammert.
Im Grunde sagt er ganz ganz oft „Mamu“ „Mamu“, schreit jedoch nicht, sondern kommt mir vor, als würde er viel Trost, Nähe und einen ruhigen Rückzugsort benötigen.
Ich kann diesen Jungen gar nicht so richtig beschreiben. Ihm soll in der Klinik geholfen werden, indem er merkt, dass das Kratzen an seiner kranken Haut die Eltern nicht mehr beeindrucken wird.
Das Verhalten, Krankheitsgewinn sozusagen als Druckmittel einzusetzen und mit der Angst der Eltern zu spielen, soll durchbrochen werden. So habe ich das interpretiert.
Ein Dialog dazu zwischen Psychotherapeut Dietmar Langer und der Mutter von Mohammed Ali ist auch im Trailer zu sehen:

Der ist ja der Boss, nä!
(Mutter) Ja!
Bis jetzt!
(Mutter) Genau, bis jetzt!
Das müssen wir ändern!

Mohammed leidet sehr unter dem Juckreiz seiner Hauterkrankung, dass ist in der Doku sehr gut zu erkennen. Es geht ihm nicht gut, er fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und er hat keine Lust – auf nichts.
Ich habe es so empfunden, dass er so etwas ausdrücken will wie „Mama, bitte tu irgendwas. Es tut mir so weh auf der Haut, ich mag einfach nicht mehr, ich kann nicht mehr“
Das ist mein Eindruck, meine Empfindung und ich habe auch jetzt noch das Gefühl im Bauch, wenn ich an die Szenen im Kino zurückdenke, dass ihm doch irgendwie geholfen werden muss!
Mohammed Ali ist auch das Kind, was in eine Schaukel gesetzt werden soll im Trailer.
So richtig den Sinn und Zweck dieser Szene habe ich nicht herausbekommen können. Die Kamera hüpft ständig von einer kurzgehaltenen Szene in eine andere und von einem Kind zum nächsten.
Es scheint, hier wurde nachträglich noch massiv Filmmaterial gekürzt. Wahrscheinlich wäre die langatmige zweistündige Doku sonst noch viel länger geworden.
So richtig schlüssige Zusammenhänge, warum in manchen Situationen bestimmte Interaktionen stattfinden, kann ich euch leider auch bei Mohammed nicht erklären.
Ich sehe beispielsweise eine Mitarbeiterin auf Station, die ihn an den Armen hochzieht, weil er partout nicht mit ihr durch den Flur laufen will. Seine Beine wirken kraftlos und er knickt beim Laufen ein.
Dabei jammert er immer wieder „Mamu, Mamu“ und scheint mit der gesamten Situation überfordert zu sein.
Eine andere Szene zeigt ihn, wie er sich in einem separaten Raum angewidert Essen füttern lässt, während die Mama auf dem Hocker in einiger Entfernung sitzt und liest.
Es sei ein Erfolgserlebnis, sagt die Mitarbeiterin, dass die Mutter so entspannt liest, ohne einmal heimlich über den Bücherrand zu schauen, was da mit Mohammed gemacht wird.
Mohammed sieht aus, als wenn er sich gleich übergeben müsste, aber tapfer mitmacht. Die Mutter sieht aus, als wenn sie gleich in Tränen ausbrechen würde, aber tapfer mitmacht.
Während des Films sah ich seine nun hinzugekommenen blutigen Stellen um den kleinen Mund durch seine Hauterkrankung.
Ich hoffe, dass ihm geholfen werden konnte, doch dazu müssten die Eltern in die Öffentlichkeit treten. Interessieren würde es mich sehr.
Die Mitarbeiterin, die ich immer wieder mit Mohammed sehe, geht dann in einer anderen Szene mit ihm und seiner Mutter spazieren. Wir als Zuschauer sehen einen verzweifelten Jungen, der in angespannter Atmosphäre in der Mitte zwischen Mama und Mitarbeiterin Hand in Hand mehr oder weniger mitgeschliffen wird. So wie es eben Kinder machen, die nicht laufen wollen, beugt er sich wiederholt nach hinten und jammert.
Es kommt ein Cut und ich sehe den Kampf der Mutter, ihren Sohn in eine Schaukel zu setzen.
Wahrscheinlich geht es darum, nun das zu ändern, was das Ziel im obigen Dialog war. Mohammed muss gezeigt werden, wer der Boss ist. Eine andere Interpretation bleibt hier kaum und offensichtlich soll auch das dem Publikum suggeriert werden: Ein ungezogenes Kind.
Deshalb habe ich euch die Hintergründe dazu so ausführlich beschrieben.
Mohammed hat ganz sicher auch das Schlaftraining absolvieren müssen, da er zuhause eine Stunde lang von seiner Mama in den Schlaf begleitet wurde und sie ihm dafür auch die Füße massierte. Manchmal wollte er sogar den Rücken gekrault bekommen haben zum Einschlafen.
Ich wünsche mir ganz sehr, dass die Familie und der kleine Mohammed wohlauf sind und es ihnen gut geht.

Zarah, die nichts mehr isst – außer manchmal Pommes und Chicken Nuggets
Als ich Zarah sehe, denke ich sofort an eine kleine Elfe, die komplett in ihrer eigenen Traumwelt herumfliegt.
Sie bewegt sich sehr langsam, sobald es um Untersuchungen oder Anforderungen vor anderen Personen geht und bekommt kaum die Arme hoch, um sich ihr Hemdchen an – oder auszuziehen.
Die sympathische Mutter sitzt mit einem skeptischen Blick auf ihre Tochter daneben und schildert, dass Zarah sehr oft so verträumt ist.
Auch auf das Essen konzentriert sich das Mädchen kaum und beginnt lieber zu singen oder mit ihren Händchen Figuren in die Luft zu malen. Die Mama ist Lehrerin im Grundschulamt und ausgebildete pharmazeutisch-technische Assistentin – oder besser gesagt, sie war es: In Mazedonien. Vor zwei Jahren kamen sie nach Deutschland und seit diesem Zeitpunkt ist Zarah so, wie sie ist.
Für jeden Schritt benötigt Zarah einen kleinen Anschubser oder eine Ansage.
Dann bewegt sie sich sehr langsam dorthin und kooperiert schleppend.
Sie aß zuhause nicht gut, nur vor dem TV oder PC und nur ausgewählte Sachen.
Dafür trinkt sie unheimlich gern jede Menge Milch.
In der Doku sehe ich sie öfter mit einer Mitarbeiterin in einem Raum am Tisch sitzen mit einem Teller vor sich. Doch Zarah rührt nichts an. Mehrere Tage lang isst sie in der Klinik nichts und verliert an Gewicht.
Das Schlaftraining absolviert sie auch. Ich sehe sie in ihrem Bettchen stehen, wie sie wiederum spielt und die Arme in der Luft hat, als hörte sie Musik.
Zarah ist in Gedanken sehr weit weg und in manchen Momenten deutlich jünger in ihrem Verhalten. Es ist, als lebe sie in einer kunterbunten schützenden Blase voller duftender Blumen und herumschwirrender Schmetterlinge.
Sie ist sehr still und wirkt zerbrechlich.
Im Laufe des Films isst sie irgendwann ein halbes Brötchen zum Frühstück, kurz bevor ihr eine Ernährungssonde gelegt werden soll.
Die Mutter wird dazu angehalten, nicht soviel Nähe zuzulassen.
So wird das Hand- in- Hand-gehen mit der Tochter untersagt und dem Personal in einer Teambesprechung die Anweisung gegeben, beide zu trennen, falls es vorkäme.
„So still sie ist, so schlau ist sie auch“, beschreibt dieselbe Mitarbeiterin Zarah, die auch schon in Mohammeds Begleitung zu sehen war.

Es soll wohl soviel heißen wie „Sie manipuliert, obwohl sie aussieht, als könne sie kein Wässerchen trüben.“
Was mir dazu einfällt und weshalb ich Zarah so gut in Erinnerung habe ist, dass ich das Mädchen nicht ein einziges Mal reden höre.
Im Laufe der Dokumentation wird dann klar, dass die gebildete Mutter von Zarah hier in Deutschland Hausfrau ist und ihr Partner arbeitslos durch bürokratische Hürden. Der Zuschauer bekommt von der Mutter im Gespräch ein anderes Bild, als sie sagt, sie wäre sehr lange niedergeschlagen und traurig gewesen und hätte tagelang krank im Bett gelegen. Sie wäre nun in der Klinik ein anderer Mensch geworden, auch „aktiver und so“
Da ich nicht weiter spekulieren möchte über das traurige Schicksal der netten Familie, lasse ich das hier unkommentiert stehen.
Möge jeder seinen eigenen Schluss ziehen, wie der Alltag so ausgesehen haben könnte nach der Ankunft in der neuen Heimat.
Ich hoffe, liebe Familie von Zarah, euch geht es jetzt besser!

Felix trinkt nur Milch, die er gleich wieder erbricht
Der kleine Felix mit ganz lieben fürsorglichen Eltern ging mir besonders ans Herz.
Ein zweijähriger Junge, dem sofort schlecht wird, sobald er gefüttert wird. Um ehrlich zu sein, war die Reaktion zwischen Nahrungsaufnahme und Würgereiz so kurz, dass dieser kleine Mann offensichtlich ein richtig schlimmes Reizproblem im Hals hat.
Kein Kind der Welt kann so schnell reagieren.
Normalerweise muss das doch auch anderen Zuschauern aufgefallen sein?
Felix ist der Junge, der von einer Erzieherin festgehalten wird, während er Nahrung zu sich nehmen soll. Die Mutter ist sehr oft am Weinen und erhofft sich Hilfe in der Klinik für ihren Jungen, dass springt förmlich auf mich über.
Sie ist verzweifelt und besorgt, weil Felix mittlerweile nichts mehr bei sich behält.
Im Laufe des Films wird Felix eine Magensonde durch die Nase gelegt und auch wenn das im Detail nicht zu sehen ist, so komme ich auf den Gedanken, dies ist ohne Sedierung passiert. Vielleicht kann sich dahingehend noch jemand melden und Aufschluss geben?
Der Vater von Felix rebelliert, weil er generell die ganze Therapie in der Klinik für fraglich hält.
Im Laufe der Doku können die Zuschauer einem Gespräch zwischen der Mama von Felix und dem Psychotherapeuten Dietmar Langer folgen. Hier wird in kurzen abgehackten Sequenzen bei genauem Zuhören deutlich, dass der zweijährige Junge Operationen hinter sich hat und somit eine Krankenhausgeschichte.
Er wurde ganz sicher in seinem jungen Leben schon intubiert, sodass ich davon ausgehe, er hatte einige Zeit einen Schlauch im Hals.
Trotz dieser Vorgeschichte und der Schilderung der Mutter, dass das Kind wahrscheinlich aus Angst nur bei ihr einschlafe, wurde Felix abends von ihr getrennt und auf das neue Schlafverhalten „trainiert“.
Da ich selbst bereits zweimal auf der Intensivstation lag und sowohl intubiert war als auch eine Magensonde bekam, hat mich das Schicksal von Felix und seinen Eltern zu Tränen gerührt.
Die Mutter konnte sich abends nur sehr schwer von ihrem Sohn trennen und weinte sehr oft in dem Film.
Liebe Mutti von Felix, mir wäre es genauso gegangen wie dir. Ich hoffe, es geht euch als Familie gut!

Dieser Film ist kein Erziehungsratgeber
Der Titel “Elternschule” ist im Zusammenhang mit den Einzelschicksalen dieser leidgeplagten Familien absolut fehl am Platz. Um genau zu sein, ist mir die Intention absolut unklar.
Die Rezensionen und Filmbeschreibungen einzelner Medien sowie Kinos vor Veröffentlichung des Films ließen den Eindruck entstehen, hier handele es sich um eine Dokumentation über die Erziehung von Kindern. Weiterhin wurde suggeriert, dass die “Elternschule” in dieser Klinik brauchbare und wertvolle Informationen für den Umgang mit Kindern enthielte.

Hier einige Auszüge:

 „Das Geheimnis guter Erziehung“ (WDR)

„Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um – und mit uns selbst?“ (BR)

„Welche Erziehungskompetenzen brauchen Eltern, was ist und wie geht „gute Erziehung“? Diesen Fragen geht der Film nach.“ (Badische Zeitung)

„Sind Eltern heute denn völlig instinktlos und verunsichert?“ (Zeit online)

 „Ein Einblick in eine verunsicherte Gesellschaft, die sich mit Autorität schwertut und ihren Instinkten kaum noch traut.“  (Süddeutsche Zeitung)

Die Lebensgeschichten dieser kleinen Patienten haben so gut wie keinen Zusammenhang mit „einer verunsicherten Gesellschaft, die sich mit Autorität schwer tut.“
Was hier zu sehen ist, sind verunsicherte Eltern, die durch die Erkrankungen ihrer Kinder traumatisiert sind und wir sehen Kinder, die bereits einen längeren Leidensweg, sei es seelisch als auch körperlich, hinter sich haben.
Auf die Behandlungsmethoden gehe ich  in Teil 2 ein.

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Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

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