Mit einem Gruß vom Pavor nocturnus

Lesezeit: 3 Minuten

Nächte sind ja bekanntlich dafür da,um sich zu erholen

Das Schlafen ist eine wirklich schöne Sache, um den Körper wie von selbst in die Regeneration zu führen. Eine geniale Idee der Natur, wie ich finde. Dazu werden Psyche und Denkapparat gleich mit defragmentiert durch die Träume.

Alles in allem genau das, was ich mir so wünsche, wenn ich abends todmüde ins Bett falle – schlafen und träumen und morgens frisch und munter aufwachen.

Doch wenn es nachts um halb zwei plötzlich mörderisch schreit und weint, dann sitzt du im Bett und deine Tiefschlafphase ist beendet. Wahrscheinlich ist auch deine nächste Einschlafphase empfindlich gestört.

Der Nachtschreck ist nicht gefährlich

Wir kennen es schon, jedoch befürchte ich, viele andere Eltern wären jetzt in Panik ausgebrochen. (so wie wir anfangs auch)

Unser Kind leidet am Pavor nocturnus, einfacher gesagt, dem Nachtschreck oder der Nachtangst.

Gott sei Dank kommt es mittlerweile sehr selten vor, dass sie nachts weinend oder schreiend im Bett sitzt, die Augen geöffnet hat, aber nicht ansprechbar ist.

Und noch viel schlimmer: Sie schlägt um sich, wenn man sie trösten will und lässt sich weder beruhigen noch berühren.

Wenn Kinder so etwas in der Nacht tun, vielleicht auch in verschiedene Zimmer laufen oder im Bett herumstrampeln, begleitet von einem Wimmern oder Weinen – dann behaltet bitte erst einmal die Ruhe.

Führt euch vor Augen, dass ihr eurem Kind jetzt erst einmal nicht helfen könnt, denn das kleine verschwitzte panische Bündel sollte nicht geweckt werden! Ähnlich wie beim Schlafwandeln wäre euer Kind desorientiert und verwirrt, vielleicht auch verängstigt.

Nach ca. 5 – 15 Minuten ist der Nachtschreck vorbei und es kann ruhig und friedlich weiter geschlafen werden. 🙂

Aus dem Tiefschlaf geschubbst

Kinder, die am Pavor nocturnus leiden, wachen aprupt aus dem Tiefschlaf auf – sind jedoch noch nicht wach. Sie hängen also irgendwo im Halbschlaf und bekommen nicht viel von dem ganzen Geschehen mit. Früh haben sie es vollständig vergessen.

Unsere Tochter leidet seit dem ersten Lebensjahr daran, was eher untypisch ist. Normalerweise tritt die Nachtangst zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auf.

Als kleines Kind schüttelte sie manchmal ihre Beine wie wild, als wären Ameiesen dran. Sie schlug um sich oder strampelte mit den Beinen los. Jede Berührung oder der Versuch, sie zu trösten endete im Desaster. Irgendwann gewöhnten wir uns an, leise mit ihr zu reden, damit sie sich ein wenig beruhigt.

Die Ursache des Pavor nocturnus

Wie immer in solchen Fällen kann uns kein Mensch erklären, was genau dieses nächtliche Theater bedeutet. Es wird der Parasomnie zugeordnet, also der Gruppe der Schlafstörungen.
Wissenschaftler vermuten, dass ein unausgereiftes Nervensystem dafür verantwortlich ist. Es könnte auch eine familiäre Veranlagung zugrunde liegen.
Genauere Ursachen sind noch nicht bekannt.

Gefährlich ist der Nachtschreck nicht

Nur für Außenstehende ist die Hilflosigkeit schlimm, nichts tun zu können, wenn es wieder auftritt.
Ausgelöst werden kann die nächtliche Panik durch Stress oder wichtige Ereignisse.
Bei unserer Tochter konnten wir beobachten, dass der Pavor nocturnus
so gut wie immer vor einem entscheidenden Entwicklungsschritt auftrat, zum Beispiel bald laufen zu können, sauber zu werden, neue Wörter zu lernen oder zu wachsen.
Deshalb sagen wir immer scherzhaft, dass sich die Synapsen neu schalten.

Erwachsene leiden nicht daran

Nach dem sechsten Lebensjahr sollten die nächtlichen Panikattacken aufhören.
Erwachsene sind so gut wie gar nicht davon betroffen.
Der Nachtschreck darf nicht mit Albträumen verwechselt werden, sondern ähnelt eher dem Schlafwandeln.
Krankheiten wie beispielsweise die Epilepsie müssen vorher ausgeschlossen werden.
Sollten nach dem sechsten Lebensjahr noch nächtliche Anfälle auftreten, holt euch besser ärztlichen Rat!

Unsere Nacht verlief weitestgehend ruhig und heute früh schlug eine kleine Schlafmütze die Augen auf und fragte verschlafen, wie spät es sei.

Halb neun, murmelte eine müde drein blickende Mama. 😉

Ich habe ja sooooo schön geschlafen!

Viele muntere Grüße,
image

 

 

(Visited 54 times, 1 visits today)

Auch interessant

Kommentar verfassen

Translate »
%d Bloggern gefällt das: