Morbus Crohn – keine psychosomatische Krankheit!

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Immer wieder stoße ich auf ein paar Unklarheiten in Bezug auf meine Darmerkrankung. Scheinbar wurde der Crohn früher gleichgesetzt mit psychosomatischer Krankheit, dem ist aber nicht so. Der Crohn ist weder eingebildet noch in irgendeinem Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung.

Es ist schon klar, daß wenn man Stress, Kummer und Sorgen hat, sich der Morbus Crohn verschlimmern kann, aber das gleiche gilt allgemein für Krankheiten im Körper und zwar bei jedem Menschen.

Wenn jemand Darmkrebs hat, wird ja auch nicht gefragt, ob er eine schlechte Kindheit hatte.

Es gibt keine “Morbus-Crohn-Menschen” !

Das Einzige, was eine Rolle beim Auslösen von Schüben spielen kann, sind seelische Sonderbelastungen jeglicher Art. Da der Körper innerlich krank ist und somit geschwächt, wird er anfälliger für verschiedene Situationen im Alltag.

Aber das erklärt nicht, weshalb der Crohn überhaupt ausgebrochen ist. Weder der alleinige seelische Faktor, noch die genetische Disposition ist bisher bewiesen!

Ich zum Beispiel bin immer ein psychisch stabiler Mensch gewesen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität, selbstbewusst, lebensfroh und humorvoll.

Als Kind hatte ich von meinen Geschwistern das beste Verdauungssystem, mir ging es nie schlecht, wenn ich etwas aß oder trank, ich habe alles vertragen und das sogar in besonderem Maß. Es hiess scherzhaft in der Familie, ich habe einen “Pferdemagen” – ich konnte so ziemlich alles essen, sogar durcheinander und hatte nie Beschwerden.

Ich bin nicht, wie oft bei Morbus- Crohnern vermutet – in “sterilem” Elternhaus aufgewachsen, sondern in einer ländlichen Gegend, wo nicht alles ständig mit Chemie geputzt wurde. Ich war regelmäßig draußen spielen, an der frischen Luft, naturverbunden und ich habe gesundes Obst und Gemüse aus dem Garten gegessen, Eier von den eigenen Hühnern verzehrt, selbst Kaninchen waren aus dem Garten ;)

Scherz beiseite, diese Thesen treffen auf mich alle nicht zu.

Da mein Bruder auch 2007 wie ich an Morbus Crohn erkrankte, geht man nun sogar von dieser erblichen Komponente aus. Außer uns beiden hat aber niemand in der Verwandtschaft den Crohn, und wir bekamen ihn beide zur selben Zeit, was schon sehr merkwürdig ist.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, das bei Morbus Crohnern auch MAP- Bakterien (Mycobakterium paratuberculosis)  im Darm gefunden worden sind. Interessant dazu ist auch mein Artikel Paratuberkulose bei Rindern = Morbus Crohn beim Menschen? ( Sorry, dieser Artikel ging beim Totalcrash verloren, wird aber zeitnah neu veröffentlicht) Kein Klinikum wollte dazu Stellung nehmen, ob auch bei mir diese MAP-Bakterien aufgetreten sind, weder Magdeburg noch Dresden.

Eines steht jedenfalls fest: Das seelische und körperliche Wohlbefinden stehen schon miteinander im Zusammenhang – wenn wie bei mir über die Hälfte des Dickdarms fehlen, ist das natürlich ein riesiger Einschnitt in Körper und Seele. Nicht zu verschweigen, dass das Immunsystem des Menschen im Darm sitzt, was den meisten ja nicht bewußt ist.

Ist also der Darm kaputt, dann kann man auch von einem geschwächten Immunsystem ausgehen.

Deshalb bin ich der Ansicht, dass die seelische Belastung vor allem dann eine Rolle spielt, wenn der Crohn bereits ausgebrochen ist. Warum er aber letztlich ausbrach, dass ist zur Zeit noch Gegenstand der Forschung und deshalb sollte niemand mit Morbus Crohn in die Schublade “psychisch labil” gesteckt werden – es sei denn, er kommt, wie ich, mit dem Crohn noch nicht klar und muss sich erst damit auseinandersetzen, dass er unheilbar krank ist.

asti

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