Mrs. Eastie – Königin des [ostdeutschen] Alltags
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Niemals sich selbst verlieren

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Selbstfindung Silberperltropfen - Hochsensibilität, Empathie, Begabung

Niemals sich selbst verlieren

 

Ich habe mich in letzter Zeit oft gefragt, wie manche Menschen ihr Leben ‚überstehen‘.
Dadurch, dass ich sehr empfindsam – und manchmal auch empfindlich – bin, habe ich feine Antennen für meine Bedürfnisse und natürlich auch für die anderer Menschen.
Das hat mich mein Leben lang begleitet und als ich jünger war, auch so manches Mal in unglückliche Situationen gebracht.
Denn wenn du fühlst, wie es deinem Gegenüber geht, neigst du vor allem zum Helfen.
Und manchmal auch zum rigorosen ‚Aus dem Weg gehen‘.
Je nachdem, was da so auf dich als Empathin überschwappt.
Wissenschaftliche Belege gibts übrigens zu dieser Gabe nicht.
Offiziell gibt es so ein Phänomen also nicht, es ist aber auch niemand gezwungen, mir zu glauben.

Zurück zum Thema.
Jetzt, wo ich schon ‚groß‘ bin, kann ich mit meinem ‚Erspüren‘ gut umgehen.
Vorübergehend kann ich das sogar abschalten, das wäre ja auch schlimm, wenn nicht.
Und trotzdem beschäftigt mich momentan eine Person, die innerlich wahrscheinlich schrecklich traurig, einsam oder zumindest unglücklich ist.
Nach außen so stark, so auftrumpfend, dass es eigentlich unvorstellbar ist, fühle ich jedesmal trotzdem riesige Traurigkeit und das bringt mich gefühlsmäßig ins Schleudern.
Ich frage mich bei solchen Menschen, wer sie denn eigentlich wirklich sind und welche Seite nun die authentische ist?

Deshalb ist es für mich ganz wichtig, mich niemals selbst zu verlieren.
Ich möchte mich nie so beschnitten und eingeklemmt zwischen irgendwelchen Regeln und Gesetzen, auch unausgesprochenen, fühlen, dass ich nicht mehr ich selbst sein kann.
Deswegen suche ich mir Menschen in meinem engen Umfeld auch sehr sorgsam und mit Bedacht aus.
Da mir Förmlichkeit nicht liegt, möchte ich auch niemanden im Privatbereich um mich haben, bei dem ich mich nicht so zeigen kann, wie ich bin.
Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung und Toleranz gehören für mich da genauso rein wie der achtsame Umgang mit sich selbst, seinen Bedürfnissen und Gefühlen.
Verstärkt wird diese Einstellung durch tägliche Meditation, was ich jedem nur empfehlen kann.

Diese besagte Person scheint ihr inneres Gleichgewicht, den Weg zu sich selbst, noch nicht gefunden oder aber verloren zu haben.
Das geht mir nah. Zumal da ein großes Geltungsbedürfnis nach draußen da ist, ein ‚Schaut mal, was ich kann, wer ich bin, was ich habe!‘
Und gleichzeitig schwappt dieses ‚Wer bin ich eigentlich ohne dieses Auftrumpfen?‘ auf mich über, sodass ich am liebsten antworten würde, du bist so gut, wie du bist. Den Satz hat dieser Person vielleicht noch nie jemand gesagt.
Vielleicht funktioniert diese Person schon ihr Leben lang nach den Erwartungen anderer.

Wie dem auch sei, ich gebe es heute mal an euch hier weiter: Es ist ein tolles Erlebnis und Gefühl, zu sich selbst stehen zu können und seine Bedürfnisse nicht zu überrennen.
Und das Mantra jeden Tages darf ruhig heißen ‚Niemals sich selbst verlieren!‘

Denn DAS ist essentiell, existenziell zum (Über)leben.

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Über die Autorin:

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

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