Schwerbehindertengrad ist nun endlich 40 – lächerlich!

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Wieder einmal habe ich fast ein Jahr warten müssen, eh mein Schwerbehindertengrad endlich vom Landratsamt Mittelsachsen “festgestellt” wurde. Dieses Mal wurde er nun von 20 auf 40 angehoben, weil sich der Morbus Crohn verschlimmert hat.

Der Bauchwandbruch sowie der vernarbte Bauch als postoperativer Schaden ebenso die rheumaartigen Gelenkschmerzen als Begleiterscheinung des Morbus Crohn könnten dabei nicht berücksichtigt werden, heißt es in dem netten Schreiben.

Das ist natürlich für meine Begriffe nicht einleuchtend. Der “Bauchwandbruch stelle keinerlei Funktionsbeeinträchtigung dar, die eine Auswirkung auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft haben”, wurde von der Bearbeiterin geurteilt.

Na die gute Frau möchte ich mal erleben, wie sie mit Bauchwandbruch den Kinderwagen die Berge hochschiebt oder Einkaufstaschen trägt…selbst mein Kind hochheben ist so ne Sache…alles mit Schmerzen verbunden und ganz sicher beeinträchtigend.

Ich bekomme seit August diesen Jahres außerdem eine volle Erwerbsminderungsrente, schon allein das ist widersprüchlich. Nun gut.

Nun muß ich mich erst einmal vom VDK beraten lassen, welche Möglichkeiten ich habe und ob es sich lohnt, hier in Widerspruch zu gehen.

Insgesamt habe ich seit meiner Not-Operation 2007 bei fünf Darmdurchbrüchen, einem (ehemals) künstlichem Darmausgang und einer Rückverlegung des Darms 2008 vier Anträge gestellt, die auf die Berechnung des Schwerbehindertengrades hinauslaufen – mit Widersprüchen, Änderungsanträgen und langer Wartezeit beim Kreisversorgungsamt Dresden bzw. Sozialamt Meißen.

Jetzt, nach 4 (!) Jahren bekomme ich nun einen Schwerbehindertengrad von 40. Es ist ist lächerlich und ich verliere meinen Glauben in das Gesundheitssystem. Ich habe mir das alles auch nicht ausgesucht und schon gar nicht mit 33.

Das ist alles eine Tortur, aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Es ist nur so demütigend, “beweisen” zu müssen, dass ich tatsächlich schwerbehindert bin. Scheinbar wird der Morbus Crohn als schwere Darmkrankheit nicht wahrgenommen.

Das stimmt mich umso trauriger bei dem Ganzen, was ich die letzten vier Jahre gesundheitlich durchmachen mußte.

Ob die gute Frau weiß, wie es ist, bis zu 20 mal am Tag auf die Toilette zu gehen? Die Ärzte sprechen von schweren Schüben – aber ich bin ja nicht beeinträchtigt.

Nun gut, schauen wir mal, was dabei nun rauskommt.

Danke fürs Durchlesen.

asti

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