Projekt Schrebergarten

Selbst geerntet schmeckt besonders gut

 
Lesezeit: 3 Minuten

Am Wochenende hatten wir unsere erste kleine Ernte dieses Jahr in der Schüssel: Pflücksalat, Salatgurke, Petersilie, Gartenkresse, Schnittlauch und Radieseln.
Wir sind Kleingärtner und bauen natürlich nicht auf riesigen Feldern an, aber unsere rund 400 Quadratmeter nutzen wir schon aus und finden das nicht nur spannend, sondern richtig nützlich für uns.

Die Erfahrungen, die wir in den letzten sechs Jahren beim Anbau von natürlichen Lebensmitteln gemacht haben, kann uns keiner mehr nehmen und dieses Experiment ist trotzdem jedes Jahr ein neues.
Als wir uns einen Schrebergarten zulegten, haben wir von vielen Seiten gehört, dass das für andere Familien nicht in Frage käme, denn jedem ist bekannt, dass es diesen „Anbauzwang“ gibt – und wer wolle das schon?
Wir haben damit wenig Probleme, denn unsere Kohlrabi, Bohnen, Erdbeeren, Kartoffeln, Zucchini, Melonen, Paprika und Tomaten wachsen gerade wunderbar und es ist auch für unsere Tochter eine Bereicherung, zu sehen, wie wir mit Fleiß und aus eigener Hand gepflanzte Nahrung für uns schaffen können, ohne in den Supermarkt gehen zu müssen.
Daran ist für uns nichts schlimm.

Das Einzige, wovor wir Angst hatten, waren strenge Vorschriften des Vorstands oder spießige Gartennachbarn oder viele Verbote, denn darauf reagieren wir ziemlich empfindlich.
Doch in unserem Gartenverein läuft das alles sehr fair und freundschaftlich ab, zudem ist die Lage einfach traumhaft inmitten eines idyllischen Dörfchens und doch mit nötiger Ruhe.
Wir sind richtig glücklich mit unserer Entscheidung von vor sechs Jahren und haben sogar eine kleine, gemütliche Laube. Strom liegt auch an, Wasser kommt aus einem Brunnen.
Uns fehlt nichts und rundet unser Familienglück zur ebenso gemütlichen Wohnung voll ab.

Ein paar Kilometer fahren wir, doch wir sehen darin keine Probleme.
Nach 15 Minuten Fahrt sind wir in unserer Gartenidylle und es ist gleichzeitig ein Ausflug und kein Gang in den Garten hinterm Haus. Ortswechsel kann ja jeder mal gebrauchen, oder?
In Zeiten der Corona-Pandemie ist uns unser Gärtchen umso wertvoller und wir wissen dieses kleine Paradies sehr zu schätzen!

Es ist natürlich auch eine Menge Arbeit, für die Geduld, Zeit, Fleiß, Geld und Kraft gebraucht wird.
Was so einfach aussieht, ist mitunter erst einmal von Anfänger-Enttäuschungen begleitet.
Manchmal scheitert es schon an der sich ausbreitenden Trockenheit der letzten Jahre, denn auch Brunnenwasser ist irgendwann einmal alle. Da bekommt selbst Wasser eine vollkommen neue Bedeutung.
So nah an der Natur zu sein, in der Erde buddeln zu können oder auch einfach mal die Beine auf der Holli hochlegen und die Wolken beim Ziehen zu beobachten, ist gleichzeitig eine gute Schule, die Einfachheit der Dinge zu genießen und vor allem, Bodenhaftung zu bekommen.

Meine Leser kennen es schon: Wir mögen es nicht so statusbehaftet mit Prunk und Glorie – wir brauchen es nicht für unsere Weltanschauung und wollen auch mit diesem Garten kein Geltungsbedürfnis befriedigen, sondern unsere liebevoll aufgezogenen Pflänzchen verspeisen können, mit viel Genuss und dem Selbstbewusstsein, dass WIR das tatsächlich geschafft haben und Fertigkeiten besitzen, um überleben zu können – im Falle des Falles.
Eine Art Mini-Selbstversorgertum, was sicherlich momentan nur eine kleine Beilage zum wöchentlichen Einkauf ist, aber was sicher jederzeit auch auf größerer Fläche angewendet werden könnte.

Es ist einfach ein herrliches Gefühl. Und zwischendrin pflücken wir Pflaumen, Kirschen, Äpfel, Aprikosen, Mirabellen und Pflaumen. Aber nur, wenn wir was gegen den Apfelwickler und die Kirschfruchtfliege tun, und das schon im Frühjahr.

Doch dazu in einem der nächsten Artikel mehr!
Heute ruft der Schrebergarten und bestimmt hängen schon wieder ein paar rote Erdbeeren dran – ich sags euch, die schmecken viel leckerer als die aus dem Supermarkt und erinnern gleichzeitig an die Kindheit, als Omi noch selbst anbaute.

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Autor

Die Königin des [ostdeutschen] Alltags schreibt hier sozialkritisch, parteiunabhängig, humorvoll, nachdenklich zu sehr vielen Themen mit Blick auf den Alltag in den neuen Bundesländern und die Aufarbeitung der geschichtlichen Vergangenheit. Außerdem geht es um Morbus Crohn, selektiven Mutismus, Familienalltag, Lifestyle und Gesundheit, Kreatives und Querdenken.

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