Ich will so sein wie alle anderen, Mama

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Ich bin der geborene Optimist.
Nicht, dass ich jetzt nur rosa Wolken sehe, wo es eigentlich schwere Probleme gibt – so nicht, aber ich sehe immer einen Lösungsansatz.
Probleme sind da, um sie zu lösen, sagte frĂŒher unsere Deutschlehrerin und ich finde, sie hatte Recht.
Es gibt Herausforderungen, denen mĂŒssen wir uns stellen und können nicht flĂŒchten oder den Kopf in den Sand stecken.
Doch manchmal habe ich in letzter Zeit das GefĂŒhl, zu zerbrechen.
Es klingt komisch, ich habe wirklich sehr viele Dinge in meinem Leben (er-)tragen und das Allerbeste daraus gemacht.
Ich habe ein ganzes Land untergehen sehen, wie Tausende andere und mich auf ein völlig neues Schulsystem eingestellt.
Meine Lehrausbildung zur Glas-und Kerammalerin habe ich mit Bravour gemeistert, obwohl ich wegen eines GeschwĂŒrs im linken Auge ein Jahr pausieren musste.
Ich habe wieder sehen gelernt und dafĂŒr gekĂ€mpft, wieder Auto fahren zu dĂŒrfen. Da war ich zarte 20.
Weil Betriebe nicht gern gesundheitlich eingeschrĂ€nkte Menschen beschĂ€ftigen woll(t)en, hatte ich nach der Ausbildung in der Kahla / ThĂŒringen Porzellan GmbH keine Chance auf Übernahme und musste mich neu orientieren.
Das war 1998 und nur die Allerbesten wurden damals ĂŒbernommen.
Ich besuchte die Fachoberschule zum Erwerb der Fachhochschulreife und ergatterte danach eine Umschulung zur Mediengestalterin. Irgendwie musste ja auch Miete gezahlt werden und ein bisschen was zu essen gekauft. 😉
Es waren so viele harte Zeiten dabei, vor allem finanziell, aber auch gesundheitlich und doch habe ich das alles geschafft.
Ihr ahnt wirklich nicht, wie sehr manchmal ein einziger Spruch einer Lehrerin dein ganzes Leben beeinflussen kann.
Als ich 2007 schwer an Morbus Crohn erkrankte und nach einer langwierigen Operation im kĂŒnstlichen Koma lag, wurde ich obdach- und arbeitlos.
Durch meine liebe Familie, die mir beistand und mich auffing, habe ich auch jenen harten Schicksalsschlag ĂŒberstanden, wie so eine Katze, die immer wieder auf die Pfoten fĂ€llt.
Aber dieser Satz meiner Tochter kĂŒrzlich – der traf mich in Mark und Bein.

Sage mir, in welcher Klasse du bist. EnttÀuschung im Ferienhort.

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Der Hort, in den unsere Tochter geht, ist wirklich bombastisch.
Es sind nette Hortner/innen dort, die sich liebevoll um die Kinder kĂŒmmern und alle wissen ĂŒber den selektiven Mutismus unserer Tochter Bescheid.
Aus diesem Grund geht die Maus auch super gern in den Ferienhort.
Anders als viele andere Kinder mĂŒsste sie das nicht tun.
Ich bin selbststÀndige Mediengestalterin und Werbetexterin und habe ein Kleinunternehmen.
Dadurch, dass ich in Teilzeit von zuhause aus arbeite, kann unser Kind die Ferien genauso gut in ihrem Kinderzimmer genießen.
Doch sie geht freiwillig zu den Hortangeboten in den Ferien und freut sich jeden Tag sehr auf die Treffen mit ihren Freundinnen, auf die AktivitÀten und auf ihre Lieblingshortnerin.
Wenn da nicht ein Schatten auf ihrem GlĂŒck lĂ€ge…
Ich habe mich dazu entschlossen, öffentlich darĂŒber zu schreiben, denn wir können es nicht lĂ€nger fĂŒr uns behalten.
Es geht einfach nicht mehr allein zu tragen, wir mĂŒssen es teilen!
Wann hört das endlich auf???

Nachteilsausgleiche in Sachsen. Nur ĂŒber den sonderpĂ€dagogischen Förderbedarf.

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Eine sehr gute SchĂŒlerin kommt freudestrahlend nach Hause. Sie hat wieder eine Eins geschrieben, dieses Mal in Mathe. Es gab auch eine Zwei im Lesen. Keine Eins deshalb, weil sie zu leise gelesen hat. “Wenn du lauter liest, bekommst du sie” ermuntert sie die Lehrerin.
Unsere Maus ist damit zufrieden. Sie wurde von uns dazu ermuntert, ihr Bestmöglichstes zu geben und das tut sie. Sie flĂŒstert mit drei Lehrerinnen und redet mit nahezu allen Erwachsenen in unserem privaten Umfeld. Auch mit ihrer Ergotherapeutin hat sie es schon lĂ€ngst geschafft zu sprechen.
Seit gut einem Jahr kÀmpft sich eine schlaue, sensible kleine Persönlichkeit durch den Schulalltag und ihr Leben.
Sie nickt und schĂŒttelt den Kopf, wo sie es (noch) nicht schafft, zu antworten und meistens reagiert das Umfeld mit VerstĂ€ndnis.