Schade, dass ihr weg seid! Die kollektive Biografie.

Lesezeit: 6 Minuten Wir Ossis haben ja so eine ganz bestimmte kollektive Biografie. Noch nie davon gehört? Wenn du aus den neuen Bundesländern kommst, dann weisst du ganz sicher, wovon ich rede. Zugegeben, ich habe den Begriff erfunden – die Definition ist also nicht wirklich fest. Doch kollektive Biografie klingt irgendwie gut und es trifft ja auch den Kern. Zumindest ansatzweise. Der Osten und die (gefühlte) Ungerechtigkeit Es ist jetzt wirklich schon so lange her, seitdem die Mauer fiel. Sie wurde irgendwann einfach überklettert und die Bilder an dieses Ereignis sind jedem sofort wieder vor Augen. Tausende, abertausende Menschen zogen in ihren typischen “Achtziger Jahre Zoni Klamotten” an den hilflosen Grenzpolizisten vorbei, Züge …

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Söder und das Kruzifix. Religion im Fokus.

Lesezeit: 5 Minuten Ja, ich weiß: Bayern ist katholisch. Hier in den neuen Bundesländern kennen sich die meisten mit dem “Katholisch-Sein” nicht so aus. Abgesehen davon, dass die meisten Gegenden hier protestantisch sind, gibt es bei uns auch jede Menge Konfessionslose. Das ist nicht zuletzt der Zeit des Sozialismus geschuldet. Ich selbst bin jedoch katholisch getauft. Meine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus dem Eichsfeld, einem katholischen Fleckchen Ostdeutschland. Genauer gesagt: DAS katholische Gebiet schlechthin in Thüringen mit dem Heiligen Martin als Schutzpatron. Zu DDR-Zeiten zelebrierte das katholische Eichsfeld seine Religionszugehörigkeit, wie ich es später nie wieder irgendwo erlebt habe. Außer in Bayern. Aus der Kirche bin ich nie ausgetreten, weil ich mir dachte, ich …

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Brauchen wir Glaubenskriege?

Lesezeit: 3 Minuten Solange ich auf der Welt bin, und das sind nun immerhin schon 37 Jahre, begleitet mich ein Thema ganz besonders und das ist das Thema des Glaubens. Da derzeit eine richtige Welle der Ostalgie herrscht, fühle ich mich manchmal wie benommen, was Menschen so alles vergessen können oder aber zurecht drehen, wie es ihnen passt. In der DDR war es nicht immer einfach, wenn man einer Religionsgemeinschaft angehörte und dazu gehörten ganz besonders die Katholiken. Mit eigenen Bräuchen zu den christlichen Feiertagen war es den Kindern oft nicht möglich, öffentlich darüber zu „berichten“ – aus unbefangener Kindlichkeit wurden Angst und Misstrauen, etwas falsches zu sagen, was jedoch gleichzeitig in der …

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