Werde groß und stark. Das autonome Kind.

 
Lesezeit: 10 Minuten

Wir haben keine Probleme mit unserer Tochter. Sie ist wirklich sehr pflegeleicht.
Auch in der Schule hat sie sich gut eingelebt.Und wie läuft es bei euch?
Kommt euer Kind gut mit?
Sie hat ja dieses…das Problem…ähm…
Aber es klappt alles oder?
Geht sie eigentlich auch in einen Sportverein?

Hm. So oder so ähnlich habe ich in der letzten Zeit diese sporadischen Gespräche geführt.
Ihr wisst schon, so zwischen Tür und Angel. Auf dem Schulflur oder auf der Straße.
Quasi im Vorübergehen.
Eigentlich so gar nichts für mich. Denn was soll ich da so schnell erwidern?
Ja unser Kind hat dieses “Problem”. Sie schweigt bei fremden Erwachsenen. Selektiver Mutismus nennt sich das.
Nein, sie geht in keinen Sportverein, was aber nichts mit ihrem “Problem” zu tun hat.
Ich gehe später noch einmal darauf ein.
Und …ähm…nein, sie ist nicht pflegeleicht.

Sie funktioniert einfach nicht

Ich bin ein ziemlich unbequemer Mensch, eine Quertreiberin. Schon immer. Anstrengend. Diskutierfreudig.
Mit den berühmten “Flausen im Kopf.” Nicht nur als Mutter!
Das brachte mit während der DDR-Zeit als Kind nicht immer gute Erfahrungen mit Autoritätspersonen.
Ich glaube jedoch, auch in Bayern oder sonst irgendwo in den alten Bundesländern wäre es mit mir nicht besser gelaufen. Heute weiss ich das.
Manche Strukturen sind bis heute in Ost und West dieselben, auch wenn es nicht jedem schmecken wird, was ich hier von mir gebe. Die Wende habe ich als Zwölfjährige mit Meinungsfreiheit und Demokratie verbunden.
Ich hielt den goldenen Westen für eine Welt, in der Kinder sagen dürfen, was sie denken.
Doch im Grunde ist alles heutzutage noch so, wie es in meiner Kindheit war.
Kinder müssen funktionieren. Auf die eine oder andere Art.
Sie sollen nicht auffallen, Regeln lernen, sich anpassen, fleißig sein.
Und unser Kind wird nun von einer Mutter “erzogen”, die selbst zu oft über Grenzen ging. “Ungehorsam” und “vorlaut” war.
Aus der Reihe tanzte. Ein Wildfang.
Eine Lehrerin sagte einmal über mich zum Direktor “So gut sie auch in der Schule ist, sie funktioniert einfach nicht!”

Ich sehe und verstehe dich

Nun, ich wurde vergleichsweise spät Mutter. Eine ganze Weile wollte ich eigentlich gar keine Kinder.
Ich fühlte mich lange Zeit nicht in der Lage, eine gute Mutter zu sein.
Durch die kollektiven Bestrafungen der DDR-Zeit war aus mir eine innerlich rebellische Person geworden, die sich äußerlich jedoch ganz gut anpasste. Irgendwann hatte ich jegliches Gefühl für meine innere eigene Sicht auf die Dinge verloren.
Während es im Sozialismus um die vorherrschende Ideologie ging, auf die alle schwören mussten, um dazuzugehören, ging es in meinem jungen Erwachsenenleben nach der Wende um Anpassung im Job. Schließlich wollten wir nicht so etwas erleben wie viele unserer Eltern nach der Wiedervereinigung: Arbeitslos zu werden oder zu sein.
Natürlich geht keiner ins Gefängnis, wenn er seine Meinung sagt, wurde uns erklärt.
Es ist aber immer besser, dass zu machen, was der Chef will. So läuft es.
Nicht die Diktatur des Proletariats regiert die Welt, sondern Geld.
Geld heisst Macht und Einfluss und nur dann hört dir jemand zu.
Ich habe mich zeitlebens in der Hinsicht veralbert gefühlt.

Selbstbestimmung ist eine große Illusion.

Das eine System war unausgegoren, und das nächste fast noch schlimmer.
So fühlte ich mich oft gefangen in meinen eigenen Prinzipien: Frei sein zu dürfen, machen zu können, was ich für richtig halte.
Doch dann erkrankte ich 2007 schwer an Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung.
In der Blüte meines Lebens, als mein Leben aus verschiedenen Lebensabschnittspartnern, geheuchelter Selbstverwirklichung, dem-Beruf-nachgehen und Geld-ausgeben bestand.
Der Sinn meines Daseins bestand aus Karriere, Hobbies und Freundinnen, die ebenso lebten wie ich.
Als der gesundheitliche und seelische Zusammenbruch kam und ich plötzlich aus irgendeinem Grund wieder zu mir selber finden musste, als sich die Freundinnen aufgliederten in “manchmal im Krankenhaus besuchen” und “nie wieder sehen” – da lernte ich den Mann meines Lebens kennen.
Plötzlich fühlte ich mich reif dafür, eine Mutter zu werden. Ich wollte ein Kind.
Das haben vielleicht manche Menschen innerlich verurteilt.
Doch das ist immer so – es gibt Leute, die zeigen mit dem Finger auf dich, wenn du andere Wege gehst.
Eines war mir jedenfalls von Beginn an klar.

Unser Kind sollte geachtet und respektiert werden

Es gibt dazu ein ganz tolles Lied von Bettina Wegner. Es heisst “Kinder.” Dieser Text war und ist meine Maxime und meine bessere Hälfte sieht das ähnlich.

Sind so kleine Hände
winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn’ sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so kleine Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn’ sie nichts mehr sehn.

Sind so kleine Seelen
offen ganz und frei.
Darf man niemals quälen
gehn kaputt dabei.

Ist so’n kleines Rückgrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab’n wir schon zuviel.

Unser Kind sollte genau so behandelt werden.
Es sollte ein Mitspracherecht haben, als kleine Persönlichkeit gesehen werden, von Anfang an ernst genommen werden.
Ich muss sagen, wir haben bis zum heutigen Tag die Zeilen des Liedes im Umgang mit unserer Tochter beherzigt und sind auch stolz darauf.
Wir sind Weiß Gott keine perfekten Eltern. Doch dieses “Ich sehe dich und verstehe dich” ist eines unserer Lebensgrundsätze, übrigens nicht nur als Eltern, sondern auch als Paar.

Die schwierige Geburt

Als unsere Tochter dann auf die Welt kam, lief im Vorfeld so ziemlich alles schief, was schief laufen kann.
Die Ärzte schoben Panik wegen meines Morbus Crohns. Durch die Narben auf und im Bauch konnte im Ultraschall nicht genug von unserem Baby gesehen werden. Ich musste immer und immer wieder ins Krankenhaus zur engmaschigen Kontrolle.
Leider schwollen meine Beine extrem an, es gab Wasseransammlungen im Körper. Der Blutdruck erhöhte sich.
Jeder Besuch beim Frauenarzt war eine seelische Katastrophe. Er hatte das Talent, mir sehr viel Angst zu machen, während im Krankenhaus dann wieder Entwarnung gegeben wurde.
Irgendwann entschloss sich eine Ärztin, mich zur Beobachtung stationär aufzunehmen und gleich am nächsten Tag wurden meine Wehen eingeleitet ohne Begründung.
Der Muttermund war noch nicht einmal geöffnet, es wurde eine wehenfördernde Tablette eingeführt.
Die Herztöne unseres kleinen Wunders im Bauch sanken und wir hatten beide extremen Stress.
Meinem Mann ging es wahrscheinlich nicht viel besser, ich kann es euch nicht einmal sagen. Er saß ja ahnungslos zuhause und wollte mich nachmittags im Krankenhaus besuchen kommen.
Ich informierte ihn nur kurz, dass es in zehn Minuten einen Notkaiserschnitt gäbe und er am besten sofort vorbei kommen soll.
Es fühlte sich alles so fremdbestimmt an, so willkürlich.
Unter Vollnarkose holten sie mir mein Kind aus dem Bauch und dann war der Papa da, um es in den Arm zu nehmen, während die Mama schlief.
Nichts mit “auf den Bauch legen”, sein Baby bei sich haben, beschützen, einen guten Start ins Leben geben.
Bis heute schmerzt mich das. Dieses Bedürfnis des Kindes wurde ja schonmal nicht gestillt.
Es war wirklich bitter und endete zusätzlich zum allgemeinen “Heulblues” in Tränen.
Unsere Elfe war sehr klein und zierlich mit 44 cm und 1920 Gramm.
Angeblich war ich in 38. Schwangerschaftswoche gewesen, was auch nicht stimmte.
Da ich fast zwei Jahre lang durch die Darmoperationen keine Periode hatte, ließ sich ein Termin zu ihrem Alter nie zuverlässig errechnen.
Es waren von Beginn an nur Schätzungen.
Nach der Geburt stellte sich auf der Frühchenstation heraus, dass sie tatsächlich jünger war.
Ihr Alter wurde aus diesem Grund rückgerechnet, was sonst sehr selten passiert.
Wir waren in der Schwangerschaftswoche 34+4 und dafür war sie altersgerecht entwickelt.
Alles hätte noch Zeit gehabt, alles wäre genauso gelaufen, wie wir es vorhatten, wenn die Ärzte nicht so eine Angst gehabt hätten.
Willkür ist etwas ganz Schlimmes, vor allem, wenn es um deinen Körper geht.
Ich wusste intuitiv, was für uns beide gut war und kein einziger Arzt hat mir zugehört.
Das passte wieder einmal zu meinem Leben.

Lass´sie ruhig mal schreien

Und dann kam es, wie es kommen musste – sie hatte große Probleme in ihrer neuen Welt. Körperlich lief die Entwicklung super. Doch sie schrie und schrie und schrie.
Als sie nach drei Wochen nach Hause kam, hatte sie zwar eine Bindung zu mir, aber manchmal beugte sie sich nach hinten und streckte sich durch. Dann wieder ließ sie sich im Arm halten und ich merkte, wie sie die Nähe genoss.
Durch ganz viel Geduld und Liebe und vor allem durch den Stillprozess konnte ich ihr ein Stück Urvertrauen zurück geben. Schon da half uns als Eltern diese ganz besondere Einstellung zu ihr.
Es ist nicht einfach, bei einem dauerschreiendem Kind seine Bedürfnisse zu erkennen und darauf immer adäquat zu reagieren.
Doch wir haben es geschafft, auch wenn es sehr anstrengend war.
Es gab allerdings Situationen, die mich gleich wieder aufregten. Da gab es tatsächlich Kommentare aus unserem Umfeld, dass wir unser Kind schreien lassen sollten. Sie würde sich in den Schlaf schreien.
Abgesehen davon, dass ich diese Einstellung bis heute zutiefst verabscheue, weil sie auf Johanna Haarer, einer Erziehungswissenschaftlerin der Nazi-Zeit zurückgeht, kann es für ein Schreibaby auch sehr gefährlich werden.
Ich bin schockiert, dass solche Binsenweisheiten bis heute weit verbreitet sind und sogar noch so praktiziert werden!
Noch schlimmer finde ich, dass Erziehungsratgeber von Johanna Haarer heutzutage noch käuflich zu erwerben sind!
Kein Wunder: Bis zu ihrer Pensionierung 1965 arbeitete sie noch in bundesdeutschen Gesundheitsämtern!

Die Erziehung wird bei Haarer zu einer Technik, die durch die Ablehnung von Freude, Zuneigung oder Trösten gekennzeichnet ist und (nach Sigrid Chamberlain)[10] das „Kind als Feind“ betrachtet. So forderte Haarer, wenn das Kind schreit und auch der Schnuller als „Beruhigungsmittel“ versagt, „dann, liebe Mutter, werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen.“[11] Bei der von ihr empfohlenen Position zum „richtigen“ Halten des Säuglings entsteht ein weiter Blickabstand, so dass das Kind nicht fokussieren kann – die von den meisten Menschen instinktiv genutzte Haltung, bei der ein intensiver Blickkontakt möglich ist, wird von ihr abgelehnt.

Quelle: Wikipedia

Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.
Wir ließen unser Kind nie allein, wenn es weinte und schrie. Es gab viele Bemerkungen, dass wir – besonders ich – sie zu sehr verwöhnen und sie uns irgendwann tyrannisiert! Das muss man sich mal verinnerlichen!
Bei einem Familientreffen wurde sie sogar schreiend im Kinderwagen unter einen Baum geschoben mit der Begründung, die wackelnden Blätter würden sie schon beruhigen. Schließlich wolle man in Ruhe Kaffee trinken!
Das ist doch eine Katastrophe. Selbstverständlich habe ich sie nicht dort stehen lassen und war das erste Mal so richtig stolz, eine absolute “Querulantin” zu sein!
Unsere Tochter war schon immer ein besonderes Kind und sie hörte in der Manduca-Bauchtrage sofort auf mit Schreien.

Nähe, Wärme, Geborgenheit

Bindung ist etwas ganz Elementares. Es müsste sehr viel mehr Aufklärung über die Bindungstheorie und das Urvertrauen geben. Es heisst immer, das Baby sieht die Liebe der Mutter (Eltern) in ihren Augen.
Vom ersten Tag an spürt so ein kleines Lebewesen, ob es geliebt und angenommen wird. Wir spiegeln es in vielen Momenten und das über Jahre. Eine ganz wichtige Rolle spielen dabei die Spiegelneuronen.
Ist eine Mutter / ein Vater glücklich, spürt das Kind Glück. Ist ein Kind traurig, spürt die Mutter / der Vater Traurigkeit.
Die Nervenzellen reagieren genau so, als ob man das Gesehene selbst ausgeführt hätte.
So entwickelt sich Empathie, die Voraussetzung für eine gelingende Sozialisation.
Nicht Erziehung ist der Schlüssel, sondern Vorleben.
Kinder brauchen vor allem ein Zugewandtsein. Das ist schon alles.
Das ist das Allerschwerste! Wir können als Erwachsene sehr gut Regeln aufstellen. Kinder sollen dieses und jenes tun und machen. Sie sollen pflegeleicht sein, sich anpassen, es muss alles in den Zeitplan passen.
Wer nach Anweisung tanzt, lässt sich freilich sehr gut führen.
Darum geht es doch zu oft. Ich lese es immer wieder, dass Kinder im Kindergarten Regeln lernen, die sie später für Schule und noch später für den Beruf brauchen.
Eifrig wird mit drei Jahren schon an Ordnung und Disziplin gearbeitet.
Der Kindergarten ist eine Erziehungseinrichtung, wie mir scheint. Dort geht es um das Gruppenwohl. Eltern haben nichts zu melden, schon gar nicht, wenn sie irgendwelche individuellen Lösungen aushandeln wollen.
Manches – ich sage vorsichtig manches(!)- ist nachvollziehbar.
Jedoch Warnung: Wollen wir eine zweite DDR?

Der Staat gibt vor, wie ein Mensch zu sein hat?

Zurück zu unserer Tochter. Sie war kein Krippenkind und drei Jahre lang zuhause. Ich freue mich, dass ich sie in dieser wichtigen Prägezeit begleiten durfte. Wir haben uns aufeinander eingeschwungen, jede Menge Spiegelneuronen ausgetauscht und eine sehr intensive Zeit miteinander verbracht.
Sie ist ganz von allein trocken geworden, ohne jeglichen Druck. Es war ja genug Zeit da.
Wir haben gesungen, getanzt, gebastelt und gemalt, haben Blätter und Kastanien gesammelt, sind Wiesen hinuntergekullert und haben unter freiem Himmel Picknick gemacht.
Zweimal die Woche hat sie andere Kinder in Krabbel – und Kindergruppen getroffen und bekam Besuch von ihrem gleichaltrigen Freund.
Sie lief dem Papa in die Arme – als sie ihre ersten Schritte tat und redete wie ein Wasserfall.
Mit drei Jahren kam sie in den Kindergarten und erkrankte seelisch.
Sie redete nicht mit den Erziehern und Kindern und entwickelte einen selektiven Mutismus.
Obwohl wir unserem Grundsatz, sie ohne Druck und starre Regeln zu “erziehen” – also auf ihre Bedürfnisse einzugehen, treu geblieben waren, ging in ihrem Leben etwas schief. Vielleicht auch, weil wir so sehr auf ihre Bedürfnisse eingingen. Vor allem ihre freie Entfaltung und Selbstbestimmung war es, die sie in der Einrichtung nicht mehr so wie vorher ausleben durfte.
Weil das eben nun mal so ist. Weil es nun mal nicht anders geht.
Weil die Kinder Regeln befolgen lernen sollen. Sie sollen still sitzen beim Essen, auf Toilette gehen zu bestimmten Zeiten und einfach das machen, was ihnen gesagt wird.
So muss das sein, so werden sie auf das Leben vorbereitet. Außerdem kann von den Erziehern nicht erwartet werden, dass sie jedes einzelne Kind individuell fördern.
Deshalb wird von den Kindern erwartet, sich einzufügen und anzupassen.
Vielleicht wäre ein ganz großer Schritt erst einmal eine vollkommen neue Herangehensweise an die heutigen Kinder. Dann wäre es sehr schön, wenn es einfach mehr Erzieher gäbe. Und schlussendlich sollten wir uns Gedanken machen, ob Kindergärten nicht auch die Weichen für eine Gesellschaftsentwicklung stellen!
Es gibt abgesehen davon schon immer Kinder, die selbstständiger sind als andere und es muss Raum für deren Förderung da sein – auch im Kindergarten!

Das autonome Kind

Um es übrigens zu beantworten: Unser Kind ist in keinem Sportverein, weil sie sich lieber draußen frei bewegt, auf Spielplätzen herumtobt oder mit dem Hund spielen geht.
Vielleicht beginnt sie bald mit Reiten, aber nicht der Regeln wegen, die sie da “lernen” soll – sondern um ihre Ängste vor Erwachsenen Stück für Stück wieder abzubauen.
Da sie Pferde als ihre Krafttiere auserkoren hat und Reiten allgemein für seine therapeutische Wirkung bekannt ist, bietet sich dieser Sport ja geradezu an.
Sie gehört zu den Klassenbesten und lernt momentan fast nie nach der Schule. Wir hoffen, dass sie unser autonomes Kind bleibt, auch wenn ich euch sagen kann, dass es mega anstrengend ist.
Jeden Tag erklären, diskutieren, verhandeln.
Immer wieder die Unsicherheit durch außen, sie ja nicht zu sehr zu verwöhnen.
Schließlich soll sie “auf das Leben vorbereitet” werden. Kein Tyrann werden oder gar eine narzisstische Persönlichkeit herausbilden.
Oh ja, wir haben ein sehr willensstarkes Kind. Die Wutausbrüche können wirklich heftig sein, sie begleiten uns als Familie seit Kindergarteneintritt, wurden nach dem Kindergartenwechsel etwas besser und setzen uns jetzt wieder mehr zu.
Es sind teilweise Momente, die uns zweifeln lassen, ob wir alles richtig gemacht haben.
Doch dann hören wir sie, wie sie sich Gedanken um die Welt und das Universum macht. Wir sehen ihre gemalten Bilder, lesen ihre Geschichten. Wir staunen, wie gut sie in der Schule ist und wie viele Freunde sie hat.
Es ist einfach eine wundervolle Zeit mit unserem Kind, sie funktioniert nur halt einfach nicht.
Sie lebt bewusst und man erkennt ihre Persönlichkeit mit eigenen Vorstellungen, Plänen, Zielen, Träumen und Ideen.
Und die muss auch nicht repariert werden. Es ist prima, wie es ist.
Nur eben einfach anstrengend, weil sie erst sieben ist. Ich meine…was wird wohl mit 12 auf uns zukommen? 😉

Läuft doch!

(Visited 138 times, 1 visits today)

Dein Kommentar hier: Was denkst du darüber?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.