Wie kam Weihnachten nach Deutschland und weshalb verbreitete es sich hier? Ursprung von Weihnachten Teil 2

 
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Von Deutschland aus zog das Weihnachtsfest sozusagen durch ganz Europa. Es verbreitete sich ungefähr so, wie es auch heute oft noch gefeiert wird. Nur das Datum unterscheidet sich sehr oft, je nachdem welches Land welchen Kalender benutzte oder noch heute gebraucht.

Herkunft des Wortes Weihnachten

Das Wort Weihnachten bildete sich im gewöhnlichen Sprachgebrauch so etwa in der Hälfte des 12. Jahrhunderts. Es kommt aus dem mittelhochdeutschen wihenaht und besteht aus dem untergegangenem Adjektiv “weih” (mittelhochdeutsch: heilig) und dem Substantiv “Nacht”.
Die Form Weihnachten (mittelhochdeutsch “wihenahten”) bildet sich aus dem 3. Fall von “ze wihen Nahten” (übersetzt: In den heiligen Nächten) oder wie wir Ostdeutschen sage: Zu Weihnachten (dürfte ja auch Dativ sein…)
Diese Bezeichnung wiederum leitete sich von den schon in germanischer Zeit als heilig gefeierten Mitwinternächten ab. Deshalb gehen wir nun noch einmal in die Zeit der heidnischen Bräuche.

Die Wintersonnenwende

Der Großteil unserer heutigen weihnachtlichen Bräuche stammt also aus vorchristlicher Zeit. Genaugenommen entspringen die Brauchtümer aus Ritualen zum Feiern der Wintersonnenwende Ende Dezember.
Interessant ist auch, dass der 25. Dezember nach dem julianischen Kalender dem 6. Januar nach dem ägyptischen Kalender entspricht. Genau: Am Dreikönigstag! 😉
Doch dazu ein anderes Mal mehr.
Zur Wintersonnenwende (die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres zugleich auf der nördlichen Erdhalbkugel) feierten die Germanen, aber auch die Kelten und andere europäische Stämme ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest.
Die Slawen und Balten, überhaupt alle indogermanischen Stämme Europas, zelebrierten vor dem Einzug des Christentums Mitwinterfeste und Sonnenwendfeiern.
Sie verehrten die Sonne und bejubelten ihre kraftvolle Rückkehr.
Die Winterfeiern sind auch bekannt unter dem Begriff Julfest.
Was genau „Jul“ bedeutet, darüber streiten sich alle noch.
Vielleicht ist es abgeleitet von „él“ für Schneegestöber.

Die bedeutsamen Raunächte

Der Begriff „Raunächte“ entspringt dem Wort „ruh“/“rûch“ (althochdeutsch/mittelhochdeutsch: „haarig“, „rauch, „rau“) Es könnte auch in Zusammenhang mit dem „Ausräuchern des Hauses“ stehen.
Gemeint sind damit die zwölf Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner (Januar). Diese Nächte stehen für jeden Monat des kommenden Jahres.
Unsere Vorfahren glaubten an besondere Kräfte in den Nächten zu Beginn des Winters.
Besonders große Mächte, geheimnisvoll, doch manchmal auch unheimlich, sollten zu dieser Zeit besonders intensiv sein. So wurde das Haus ausgeräuchert, um böse Geister zu vertreiben.
Gleichzeitig wurde beim Ausräuchern auch die Zukunft vorausgesagt oder ein Schutzritual für das Nutzvieh durchgeführt.
In der frühwinterlichen Zeit standen unseren Ahnen zufolge die Tore zum Reich der Verstorbenen offen.
Die Seelen der Toten konnten durch dieses Portal auf die Erde, in das Diesseits, gelangen.
In wilden Heeren, angeführt von Wodan, dem germanischen Sturm- und Kriegsgott, jagten sie dann nachts umher und niemals durfte man ihnen begegnen. (in der nordischen Mythologie Odin und seine angeführte „Wilde Jagd“)
Gleichzeitig wurden Speisen für Wodan und seine Begleiter aufgestellt, denn er galt als der Gott, der den Menschen gute Gaben brachte.
Besonders wichtig für die mystisch en Voraussagungen der zwölf Rauchnächte waren die Thomasnacht (Wintersonnenwende am 21./22. Dezember) die Christnacht (24./25. Dezember), die Silvesternacht (31. Dezember/1. Jänner) und die Epiphanias Nacht vor dem Dreikönigstag (5./6. Jänner).
Wie ihr sicherlich bemerkt, wurden alle Tage christlich belegt 😉
Wie ihr feiern wollt, das ist euch überlassen.
Jedoch wer räuchert nicht hin und wieder sein Zuhause zu Weihnachten aus?

Das Sacaea-Fest

Dieses Fest wurde schon Jahrtausende vor der Geburt Christi im heutigen Irak gefeiert – ganze fünf Tage lang begingen die Menschen eine große Feier mit Umzügen und vielen Belustigungen und Theaterspielen. Es gab außerdem einen Austausch von Geschenken, denn auch hier war die Wintersonnenwende ein sehr markantes Ereignis.
Im tiefen Winter wurde ein Feuer der Hoffnung entfacht. Es diente symbolisch dazu, die verlorene Sonne zum Leben zu erwecken und ihre Wärme zu spüren.
Die Häuser wurden mit saftig grünen Tannen – und Distelzweigen geziert. So sollte den schlafenden Samen und scheinbar toten Pflanzen gezeigt werden, dass nicht alles abgestorben ist.
Wenn dann endlich die Sonne schien, begannen die Menschen wieder ihre Arbeit zu verrichten und so wurde das Schmücken mit Nadelgrün zu einem mystisch anmutenden Brauch.

Vielleicht kamen diese Bräuche aus dem Osten nach Zentraleuropa, vielleicht war es vor Urzeiten genau andersherum.
Wer weiß das schon?
Merken wir daran nicht, wie ähnlich sich einst alle Menschen auf unserem Planeten Erde waren?
So feiern wir zu Weihnachten die symbolische Auferstehung der Sonne, die Rückkehr des Frühlings, des Lebens.

Sonnige weihnachtliche Grüße,

Hier kannst du Teil 1 der Serie lesen: Warum feiern Christen Weihnachten als Christi Geburt? Ursprung von Weihnachten Teil 1

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